Nun werden doch keine Parkgebühren am Parkplatz des Gößweinsteiner Höhenfreibads eingeführt. Hatte der Marktgemeinderat am 2. Dezember mit knapper Mehrheit von acht zu sieben Stimmen noch für Parkgebühren gestimmt, wurde dieser Beschluss bei der Sitzung am Dienstagabend nun mit sieben zu sieben Stimmen wieder aufgehoben.

Das Kuriose dabei: Bürgermeister Hanngörg Zimmermann (BMG), der im ersten Anlauf vehement gegen Parkgebühren war, stimmte nun dafür, und bei Jürgen Kränzlein (SPD) war es genau umgekehrt. Kränzlein war nun nach einer vorliegenden Stellungnahme des Fördervereins Höhenschwimmbad auf einmal gegen Parkgebühren.

Sorge um Spenden

Denn wie der Vorsitzende des Fördervereins, Martin Redel, inzwischen mitgeteilt hatte, habe der Förderverein Bedenken, dass durch Parkgebühren die Spendengelder wegfallen
könnten, die Badbesucher bisher freiwillig in die Spendenbox des Vereins im Bad eingeworfen hatten. Immerhin seien im vergangenen Jahr so rund 1500 Euro für den Förderverein und somit für das Bad hereingekommen. Auch "Leinen los" und die Betreiber des Minigolfplatzes hätten sich gegen Parkgebühren ausgesprochen.

Dies ließ Kränzlein nun umdenken. Wie er hochrechnete, kämen bei 45 Badetagen im Jahr vielleicht 1600 Euro an Parkgebühren herein - etwa so viel wie die freiwilligen Spenden der Besucher. Zudem, so Kränzlein, würden die Gößweinsteiner ohnehin nichts in die Parkuhr schmeißen, wie sich auch beim Friedhofsparkplatz zeige. Und kontrollieren würde es auch niemand. Kränzlein sagte: "Da lohnt sich der ganze Aufwand nicht mehr, da ja ein Parkscheinautomat schon rund 4000 Euro kostet."

Vorgesehen war, dass die Parkgebühr bis zu vier Stunden einen Euro und für den ganzen Tag zwei Euro beträgt. Außerdem sollte der Parkplatz auf der Wiese von November bis März gesperrt werden.

Eine Wiese als Parkplatz - und dann gebührenpflichtig?

Peter Helldörfer (CSU) erklärte für seine Fraktion, dass man den Parkgebühren zustimmen werde, da ja Gewerbebetriebe auch Stellplätze vorweisen müssten. "So was geht überhaupt nicht", konterte Konrad Schrüfer (FW). "Wer kontrolliert das Ganze? Ich bin dafür, überhaupt keine Parkgebühren zu erheben", so der Gärtnermeister. "Es ist recht amüsant, wie nun Einzelne versuchen, sich zu rechtfertigen", sagte FW-Chef Rainer Polster, der sagte, er sei nur dann für Parkgebühren, wenn man aus der Wiese einen anständigen und befestigten Parkplatz machen würde.

Bernhard Vogel (SPD) meinte, auch die Anlieger seien der Meinung, dass man für eine Wiese keine Parkgebühren verlangen könne. Zimmermann erklärte, es sei nicht vorgesehen, an der Wiese etwas zu verändern, und Kränzlein meinte schließlich, dass es auch keinem zu vermitteln sei, wenn man am Freibad in Gößweinstein Parkgebühren verlange, bei einer ähnlichen Freizeiteinrichtung wie dem Tennisplatz und der Kneippanlage in Behringersmühle aber nicht.

Zuvor hatte der Rat noch der öffentlichen Widmung der Wiese an der August-Sieghardt-Straße, dem Wertstoffhof und der Zufahrt zum Höhenschwimmbad als öffentliche Parkflächen zugestimmt. Dies war unter anderem Grundvoraussetzung dafür, Parkgebühren erheben zu können.

Dauerparker zur Kasse bitten?

Beraten werden soll noch, ob die Anlieger, die hier Dauerparker sind, zur Kasse gebeten werden oder nicht. Der Vorschlag der Verwaltung lautet auf eine Parkgebühr von 16 Euro monatlich für Dauerparker analog dem gebührenpflichtigen Parkplatz am Haus des Gastes.