Manche Fans sieht kein Fußballverein gern. Es mangelt ihnen an Frustrationstoleranz und dem nötigen Sportsgeist. Für vier Fans von Greuther Fürth ist es an jenem Samstags jedenfalls knüppeldick gekommen.
Es war nicht viel mehr als fußballerische Magerkost, die sie zu sehen bekamen, als ihr Verein im vergangenen Herbst gegen den 1. FC Nürnberg spielte.

Mit dem Zug machten sie sich auf den Heimweg in den Landkreis Bayreuth. In Forchheim beschlossen sie allerdings, sich nach der fußballerischen Nullnummer noch in einem Schnellimbiss zu stärken. Dort fielen sie einem 22-Jährigen auf, dessen Farben allerdings nicht grün-weiß, sondern rot-schwarz waren. "Ich glaube, ich bin farbenblind", soll er gelästerte haben.


Prellungen im Gesicht

Der Mann soll laut Zeugen die Fürther Fans nicht in Ruhe essen und trinken gelassen, sondern sie weiter provoziert haben. Es dauerte nicht lang, bis die Situation endgültig eskalierte.

Die Folgen waren beträchtlich: Einer der vier trug Prellungen in Gesicht und Oberkörper davon, ein anderer eine Beule am Hinterkopf und ein Dritter eine dicke Lippe. Die Körperverletzung erhielt zudem das Merkmal "gefährlich", weil der Täter nicht nur zugeschlagen, sondern auch zugetreten hatte.
In der Verhandlung vor dem Schöffengericht unter Vorsitz von Amtsrichterin Schneider stellte sich rasch heraus, dass der 22-Jährige zum Tatzeitpunkt ziemlich "zugedröhnt" gewesen war.

Die Fürth-Fans, alle um die 30 Jahre alt, hatten dem Mann noch deutlich zu machen versucht, dass sie Fußballfans seien und sonst nichts.

Doch das wollte der 22-Jährige offenbar nicht hören, weil es ihm offensichtlich nur ums Schlägern ging. Sogar mit allen Vieren hatte er es aufnehmen wollen. Vor Gericht gab sich der 22-Jährige reumütig. Seine Entschuldigung prallte bei seinen Opfern aber ab. Sie machten ihn stattdessen dafür verantwortlich, nicht mehr unbelastet zu einem Fußballspiel gehen zu können. Auch die Staatsanwältin hielt dem Mann später vor, dass er das Freizeitverhalten der vier Fürth-Fans negativ beeinflusst habe.

Er will sein Leben ändern

Es waren vor allem die Drogen, die dem Mann bereits vier Einträge im Zentralregister beschert hatten.
Der bislang letzte hatte den 22-Jährigen aber immerhin zur Einsicht kommen lassen, dass es so mit seinem Leben nicht weitergehen kann.

Er möchte deshalb jetzt in eine Entziehungsanstalt, was vor Gericht auch ein Sachverständiger befürwortete. Ansonsten bestehe ein großes Risiko, dass der 22-Jährige auch künftig ähnliche Straftaten begehen wird.

Auch sein Verteidiger Andreas Dräger wollte gewürdigt wissen, dass der 22-Jährige aus freien Stücken sein Leben ändern möchte.

Eine Freiheitsstrafe war dennoch unabdingbar. Die Staatsanwältin hatte zwei Jahre ohne Bewährung gefordert, das Schöffengericht beließ es bei einem Jahr und sechs Monaten, das auf keinen Fall ausgesetzt werden könne, weil er als "Bewährungsversager" gelten müsse. Aber auch die Therapie gewährleiste, dass er während der Behandlung ständig unter Kontrolle stehe.