Beim SV Frankonia Neuses greifen die Schützen nicht nur zu Luftgewehr und Luftpistole, sondern auch zu Bogen und Böller.

Am Montagabend zeigten die Bogenschützen beim Fackelschießen, was sie drauf haben. Dabei nutzen sie zwei verschiedene Bögen: den Recurve- und den Compoundbogen. Wolfgang Graßl, Übungsleiter bei den Bogenschützen, erklärt, dass 95 Prozent beim Bogenschießen aus dem Körper komme, nur fünf Prozent seien Technik. Trotzdem investieren die Bogenschützen viel in ihre Ausstattung: einen Trainingsbogen gibt es ab 250 Euro, Turnierbögen beginnen bei 400 Euro. Einer der vorgeführten Bögen kostet sogar 1800 Euro. Auch die Pfeile sind nicht gerade günstig: Ein Pfeil ist ab sechs Euro zu erwerben, kann aber auch 25 Euro kosten.

Die Bogenschützen aus Neuses stellen die amtierende bayerische Damen-Meistermannschaft. Mit Martin Endrizzi findet sich außerdem noch ein sehr engagierter Schütze unter ihnen. Zwischen fünf und sechs Mal trainiert er in der Woche - da ist es auch nicht verwunderlich, dass er den siebten Platz bei den Weltmeisterschaften der Studierenden erreichte. "Jeder trainiert genau so, wie er denkt, dass es für ihn richtig ist", sagt Graßl. Pro Trainingseinheit werden übrigens mindestens 50 und bis zu 200 Pfeile geschossen.

Gemischte Teams

Bei den eher klassischen Disziplinen Luftgewehr und Luftpistole schickt der SV Frankonia gemischte Mannschaften ins Wettkampf-Rennen. Mit drei Gewehr- und einer Pistolenmannschaft ist die Frankonia vertreten. Die höchste Mannschaft schießt in einer Klasse, die beim Fußball mit der Landesliga vergleichbar wäre. "Wir bieten jetzt bald auch an, aufgelegt zu schießen", erklärt die erste Schützenmeisterin Gabriela Nitzsche, "die Schützen werden immer älter und da wird es immer schwieriger."

Und wenn man gar nicht mehr trifft, kann man wenigstens noch laut schießen, erklärt Erich Hofmann von den Böllerschützen. "Früher haben wir im Schützenverein geschossen. Aber mit der Zeit trifft man nicht mehr so gut. Da kommt das Böllern gerade recht. Da können wir schießen, ohne unbedingt treffen zu müssen."

Trotzdem sei es schwer, Nachwuchs zu bekommen. Eine komplette Böller-Ausrüstung kostet immerhin gut 2000 Euro, berichtet Böller-Kommandant Manfred Schuster, der auch die perfekten Salutschüsse der Böller-Abteilung zu Beginn der Veranstaltung dirigierte.