Eine Stunde lang hatten die Anwohner Am Kirschgarten gewartet. Um 15.30 Uhr kam dann der Bauausschuss in zwei Kleinbussen angerollt. Die Stadträte wollten sich ein Bild machen. Auf dem Grundstück in Burk prallen zwei Interessen aufeinander: Ein potenzieller Bauherr möchte auf dem 1000 Quadratmeter großen Gelände eine "zusammenhängende Wohnbebauung" realisieren - drei Einfamilienhäuser sollen in einem Block entstehen.
Anwohnerin Silvia Schnabel sagte, dass schon jetzt das Verkehrsaufkommen "enorm" sei in der Straße. "Wo sollen die neuen Anwohner mit ihren Autos hin?" Zudem störe die Art des Bauvorhabens das gesamte Erscheinungsbild in dieser Gegend.
Eine andere Bewohnerin Am Kirschgarten machte auf die heikle Situation des Kanals aufmerksam; der fasse schon jetzt nicht mehr die starken Regenfälle. "Überschwemmungen sind hier die Regel, der Kanal kann keine zusätzliche Belastungen mehr aufnehmen."
Der Forchheimer Bauausschuss hatte noch andere Gründe, den Bauantrag in Burk einstimmig abzulehnen. "Schöne Neubauten" gebe es hier sagte Markus Schmidt (CSU), ein "Block" wie er geplant sei, "passt vorn und hinten nicht rein".

Bauplan widerspricht Vorhaben


Gerhard Zedler, der Chef des Forchheimer Bauamtes, empfahl, das Bauvorhaben im Kirschgarten abzulehnen: Hier gebe es einen "rechtsverbindlichen Bebauungsplan". Der sehe eine eingeschossige Wohnbebauung mit einer Größe von rund 165 Quadratmetern vor. Auch die Neigung der Satteldächer sei festgeschrieben - etwa 40 bis 48 Grad. All diese Vorgaben erfülle der geplante Neubau einer Wohnanlage nicht.
Gerhard Zedler konnte sich vorstellen, auf besagtem Grundstück im Kirschgarten noch ein Bauvorhaben zuzulassen - maximal zwei. Andere Formen der "Nachverdichtung" seien nicht denkbar: "Das passt hier nicht"