Im Juni war ein 70-Jähriger aus Erlangen mit seiner Harley auf der Staatsstraße zwischen Unterleinleiter und Gasseldorf unterwegs, als er bei einem gefährlichen Überholmanöver einen Außenspiegel abfuhr und eine Scheibe zerstörte. Anstatt anzuhalten fuhr der Harley-Fahrer einfach weiter. Dafür hatte er einen Strafbefehl des Forchheimer Amtsgerichts erhalten. Er soll eine Geldstrafe bezahlen und zehn Monate seinen Führerschein abgeben. Doch der Wittwer wollte dies nicht anerkennen und legte gemeinsam mit seinem Rechtsanwalt Tim Hermann Einspruch gegen die Strafbefehlhöhe ein.

"Es gibt zwei Probleme", erklärte der 70-Jährige. Zum einen habe er kein Geld, zum anderen sei er auf sein Fahrzeug angewiesen. Dass er den Unfall verursacht und Fahrerflucht begangen hatte, leugnete er hingegen nicht.

"Ich seh' da relativ wenig Spielraum", erklärte Richterin Silke Schneider. Der Strafbefehl sei schon am unteren Rand angesiedelt, "hätten wir das verhandelt, wäre es gut möglich, dass die Strafe höher ausgefallen wäre".
Nochmal versuchte es Hermann: "So was ist gefährlich, das ist unbestritten. Aber für ihn ist jeder Monat Fahrverbot schlimm, denn er ist alleine und auf sein Fahrzeug angewiesen." Nach einigem Hin und Her sowie einer Unterbrechung nahmen der Anwalt und sein Mandant den Einspruch zurück. Der Rentner wird nun bezahlen und die Harley-Schlüssel für zehn Monate an den Nagel hängen.