Das Leben von Volker K. (Name von der Redaktion geändert) aus dem Landkreis Forchheim schien sich vor einigen Monaten zu stabilisieren. Mit einer neuen Partnerin und einem festen Wohnsitz konnte der 36-Jährige für eine kurze Zeit vorsichtig optimistisch in die Zukunft blicken.

Nach der kürzlich vollzogenen Trennung ist von dieser Hoffnung nichts mehr übrig geblieben. Kein Job, keine Bleibe, psychische Probleme, Alkoholsucht und eine große Ansammlung von Vorstrafen entsprechen einer großen Perspektivlosigkeit. Entsprechend verzweifelt kam Volker K. im Gerichtssaal rüber. "Nach der Verhandlung lasse ich mich in Erlangen einweisen", sagte der Angeklagte mit Tränen in den Augen. Vor einigen Jahren war er bereits in einer stationären Suchthilfeeinrichtung in Behandlung.

Angeklagt war der 36-Jährige am Dienstag wegen Körperverletzung und zweimaligen Hausfriedensbruch. "Es widerstrebt mir, jemanden wegen Hausfriedensbruch ins Gefängnis zu schicken. Aber Sie stehen zweimal unter Bewährung, irgendwann ist halt auch mal Ende", erklärte Richterin Silke Schneider. Die Bewährungsstrafen datieren aus dem vergangenen Jahr: Auch hier waren vorsätzliche Körperverletzung und Hausfriedensbruch der Grund. Letzteres hat der 36-Jährige wieder am selben Ort begangen: bei einem Wohnanwesen in Forchheim, das in städtischem Besitz ist. Das Hausverbot hat Volker K. zweimal ignoriert. "Wo soll ich denn schlafen, auf der Straße?", fragte er in den Raum. Wie in der Verhandlung angesprochen wurde, ist das Haus immer wieder Schauplatz von teils auch handfesten Konflikten. So auch im Juni dieses Jahres, als Volker K. laut Anklageschrift eine Frau mit der Faust gegen das linke Schulterblatt und den linken Ellenbogen schlug. Die Geschädigte erlitt Schmerzen, trug aber keine größeren Verletzungen davon.


Keine günstige Sozialprognose

Da der Angeklagte sowohl den Hausfriedensbruch als auch diesen Schlag eingeräumt hatte, war eine Aussage der Frau nicht notwendig. Trotzdem versuchte Volker K. seine Tat zu entschuldigen, indem er behauptete, dass er lediglich einen Streit schlichten wollte. Wie er anschließend verbal provoziert worden sei, habe er sogar mit einem Video festgehalten. Der Haken: Der 36-Jährige hat sein Handy und somit auch die Aufnahme verloren.
In seinem Plädoyer vertrat Staatsanwalt Thomas Heer ähnliche Ansichten wie die Richterin zu Beginn der Verhandlung. "Wegen Hausfriedensbruch möchte man keinen ins Gefängnis schicken. Ihr Problem ist das Bundeszentralregister, und da steht eben eine zweifache einschlägige Bewährung", fasste er das Dilemma des 36-Jährigen zusammen.

"Die Rückfall-Geschwindigkeit nach 2015 ist enorm, so geht es einfach nicht weiter." Eine dritte Bewährungsstrafe komme für Heer nicht infrage. "Natürlich ist es nicht die Lösung, sie ins Gefängnis zu schicken. Aber ich kann Ihnen keine günstige Sozialprognose geben, da sind mir die Hände gebunden", erklärte der Staatsanwalt. Sechs Monate Freiheitsstrafe lautete seine Forderung.

Die Amtsrichterin Silke Schneider blieb in ihrem Urteil leicht unter dieser Forderung und verurteilte den 36-Jährigen zu fünf Monaten Gefängnis. "Die zweite Bewährung war bereits die Ausnahme. Und sie hatten nichts Besseres zu tun, als wieder dort reinzurasseln", sagte Schneider und fand noch deutlichere Worte: "Würde ich Ihnen jetzt noch eine dritte Bewährung geben, können wir es mit der Bestrafung auch gleich sein lassen."