Seit Jahrzehnten lockt der Musikverein Forchheim-Buckenhofen mit fulminanten Auftritten seiner Bläserphilharmonie, aber auch seiner verschiedenen Ausbildungsorchester Hunderte Freunde konzertanter Blasmusik an. Nach einer langen Sommerpause war es wieder mal soweit. Allerdings glänzten in der voll besetzten Aula des Herder-Gymnasiums diesmal fast 50 ambitionierte Musiker mit ausgezeichneten Solo- und Ensemblevorträgen bei der fünften Auflage des Solisten- und Ensemblekonzertes.

Einer der künstlerischen Höhepunkte war sicher der Auftritt der Querflötensolisten Elisabeth Kircheis, am Flügel begleitet von Kathrin Klein. Ihr "Concertino für Flöte und Klavier, opus 107" von Cecile Chaminade beschrieb die Liebesgeschichte der Komponistin, die ihren Angebeteten mit der Herausforderung ihres Werkes auf eine harte Liebesprobe stellte. Die Solistin des Abends hielt dieser Probe ebenso souverän wie bravourös stand und meisterte die "teuflischen Passagen himmlisch hingebungsvoll", wie Moderator Christian Libera es beschrieb.

Überhaupt - Christian Libera! Als stellvertretender Vorsitzender des MVFB ist der 36-jährige Realschullehrer der musikalische Chef der Buckenhofener Talentschmiede. Er motiviert und treibt an, fordert und fördert die jungen Talente und geht dabei seit Jahren mit allerbestem Beispiel voran. Ob im Blechbläserensemble, wo er zwischen Trompete, Piccolotrompete und Kornett hin- und herwechselt, oder beim Stephen-Sondheim-Klassiker "Send in the Clowns", wenn er mit dem Flügelhorn äußerst gefühlvoll seine Schwester Nicole Kotz mit ihrem Englischhorn begleitet. Zusammen mit Pia Fischer am Konzertflügel gehörte auch dieser Vortrag zu den Höhepunkten des Abends.

Natürlich wurde auch der Bereich traditionelle Blasmusik nicht ausgespart, dafür trug das Blechbläserensemble Sorge. Die sechs Jungs und ihre Kollegin nahmen sich so große Namen wie Mnozil Brass oder Viera Blech zum Vorbild und trugen zum Beispiel in virtuoser Weise den "Aeronatemmarsch" des österreichische Zeitgenossen Franz Posch vor.

Christoph Müller und Christine Harris, beide Dozenten für Posaune, brachten ihr elfköpfiges Posaunenensemble ins Spiel. "Allegro Scherzoso" von George F. McKay und "Raiders March", eigens für diese Besetzung von Christoph Müller selbst arrangiert, bewiesen dem Publikum beispielhaft die hervorragende Ausbildungsarbeit im MVFB. Denn in diesem Ensemble gehören mit Mia Endres, Julius Eckert, Leon Händel, Phillipp Molitor, Anton Herbst, Oliver Bätzel und Tobias Schneider die Mehrzahl der Akteure den Ausbildungsorchestern an, alle im Alter zwischenzwölf und 17 Jahren.

Dass auch der Königin der Blechblasinstrumente, der Basstuba, bezaubernde Melodien entlockt werden können, bewies der Vortrag des Solotubisten Korbinian Kircheis. Er offenbarte mit dem ersten Satz (Prelude) aus dem "Concerto for Basstuba and Orchestra" von Ralph Vaughan Williams alle Facetten dieses faszinierenden Instruments. Am Klavier wurde er gekonnt von Lisa Milyukova begleitet.

Dann erinnerte das aus sechs jungen Damen bestehende Flötenemsemble an die Tsumami-Katastrophe 2011 mit dem Titel "A Song for Japan". Stephen Verhelst hatte seine Komposition bald nach dem furchtbaren Ereignis online gestellt und alle Musiker weltweit aufgefordert, ihre Interpretation des Werks an die Menschen in Japan zu senden. Beeindruckend, wie einem als Zuhörer die Bilder von damals vor Augen kamen und man glaubte, die Energie der Musik zu spüren!

"Capriccioso" lautet der Titel des Solovortrags der Trompeterin Susi Lotter und kapriziös war auch ihre Interpretation des Werkes von Paul Jeanjean, welche ebenfalls mit tosendem Applaus belohnt wurde. Danach tauchte eine "Kleine Finnin" auf, so heißt übersetzt der Titel des Vibraphon-Solos "Suomineito". Der Percussionist Florian Oltsch zeichnete mit zauberhafter Hingabe sein eigenes Porträt dieser kleinen Finnin, die sich die Zuhörer in ihrem Liebreiz trefflich vorstellen konnten.

Fehlte noch der Jazz und für diesen zeichnete das "Goodwood-Ensemble" unter Leitung von Jan Korporaal verantwortlich. Neben Walter Donaldsons "Makin' Woopee" gab es mit "Somebody Loves Me", einen echten Welthit von George Gershwin, von diesem versiert-coolen Klarinettenquartett.

Zum Ende füllte sich das Podium noch einmal, als der 13-köpfige Klarinettenchor unter dem Dirigat von Christian Libera nach fetzigen Funk-Rythmen bei "Uptown Funk" von Bruno Mars treffend feststellte: "We Are the Champions". Mit diesem Welthit von Queen-Sänger Freddy Mercury bat Vorsitzender Bernd Froese noch einmal alle Künstler auf die Bühne und brachte seinen Dank für den Enthusiasmus der jungen Musiker zum Ausdruck. Auch dem treuen Publikum dankte er, welches wieder einmal eindrucksvoll erleben durfte, was Probenfleiß und ein gemeinsames Ziel bewirken können.

Das Konzert war das dritte von vier Konzerten im Abonnement des MVFB. Zum Abschluss des diesjährigen Reigens präsentiert sich am Sonntag, 9. Dezember, um 16 Uhr noch einmal die 60-köpfige Bläserphilharmonie beim Weihnachtskonzert in der Pfarrkirche Verklärung Christi. Der Kartenvorverkauf startet in Kürze.