Am Sonntag, 23. November, findet um 19 Uhr ein besonderes Konzert in der St. Johanniskirche in Forchheim statt. Der Kammerchor Sonorité realisiert unter der Leitung von Dekanatskantorin Stephanie Spörl und unter der Regie von Michael Ritz den "Totentanz" von Hugo Distler mit den Schauspielern Sophia Ritz und Jens-Peter Fiedler.

Als Textvorlage für den 14 Chorverse umfassenden "Totentanz" von Hugo Distler wählte der 26-jährige Distler Verse aus dem "Cherubinischen Wandersmann" des barocken Lyrikers Angelus Silesius. "Die zu sprechenden zwölf Verse zwischen den Gesangsteilen steuerte der mit Distler bekannte Dichter Johannes Klöcking bei", schreibt der Kammerchor in einer Pressemitteilung. Sie stellen ihrerseits eine Nachdichtung der nur noch teilweise erhaltenen Verse des mittelniederdeutschen Lübecker Totentanzes aus dem 15. Jahrhundert dar.


Uraufführung 1934

In manchen kompositorischen Mitteln weist Distler auf Verfahren der Renaissancezeit zurück. Die Uraufführung des "Totentanzes" fand am 24. September 1934 in der Lübecker Katharinenkirche unter der Leitung von Bruno Grusnick statt.

Zum ersten Mal wird es nun in der St. Johanniskirche szenisch und mit Flötenzwischenspielen, die Forchheimer Blockflötistin Anke Rosbigalle übernimmt, aufgeführt. Zusätzlich werden aus den Vierzehn deutschen Volksliedern von Johannes Brahms vier bekannte Weisen erklingen, die sich mit dem Thema "Abschied" beschäftigen. Eine direkte Verbindung zum Totentanz von Distler schafft der Satz "Es ist ein Schnitter, heißt der Tod". Eine Bach-Motette, eine österliche Motette von Walter Kraft und Orgelmusik an der Walcker-Orgel spannen das Programm musikgeschichtlich auf.

Kulturelle Größe

Die Orgel wird an diesem Abend vom Kantor in Lauf an der Pegnitz, Markus Kumpf gespielt. Der Kammerchor Sonorité aus Forchheim wurde 1999 vom damaligen Dekanatskantor Carl Friedrich Meyer als Projektchor gegründet und etablierte sich rasch zu einer kulturellen Größe.

Zu seinem Repertoire gehört anspruchsvolle, überwiegend geistliche Chorliteratur, die neben A-capella-Werken auch Oratorien und Messen umfasst. Zum Ensemble zählen Sänger, die größtenteils aus der Stadt und dem Landkreis Forchheim stammen.

Sonorité trat in der Vergangenheit bereits mit verschiedenen namhaften Orchestern, wie dem Barockorchester "La Banda", der Sinfonietta Tübingen sowie Mitgliedern der Bamberger Symphoniker auf. Ein möglichst vielseitiges Programm ist der Chorleiterin Stephanie Spörl eine Herzensangelegenheit.

Eintritt Karten für das Forchheimer Kirchenkonzert gibt es an der Abendkasse.
Die Tickets kosten acht Euro. Ermäßigt kosten sie sechs Euro. red