Wäre Mozart im südlichen Afrika geboren worden...vermutlich würde die Welt zu Ehren des musikalischen Genies anstelle von der Wiener von der Zimbabwe-Klassik sprechen. Gedanken in diese Richtung lagen am Ende des Auftritts von MoZuluArt nahe, übermittelten doch die acht Künstler aus vier Nationen ein Bild vom Gleichklang mit unterschiedlichen Mitteln, das die Menschheit zumindest auf dem Gebiet der Musik verbindet.
Da schlingt sich Mozarts Rondo in D-Dur nahtlos um den mehrstimmigen Gesang von Blessings Nkomo, Ramadu und Vusa Mkhaya, vorgetragen in der Sprache der Zulu. Da harmonieren abgezogene Achtel mit den Klicklauten der Xhosa-Sprache und der "schlafende Löwe" ließ sich von den eleganten Geigenläufen einlullen. Die Parallelität und zugleich der Kontrast nahmen das Publikum von Anfang an gefangen, wenn Roland Guggenbichler, unterstützt vom Streichquartett (Christian Nenescu, Rumänien; Elisabeth Schmetterer, Österreich, Gejza Jurth, Australien, und Bernhard Aicher, Österreich) Mozarts weich schwingenden Klangbögen dem manchmal archaisch anmutenden, aber immer hochemotionalen Liedern Südafrikas unterlegte. Beeindruckend schon allein als Klangkunstwerk war mit Witz vorgetragene Geschichte der Wanderarbeiter in den Minen und Bergwerken.

Waldgeister


Gefühle wie Sehnsucht, Freude oder Trauer, drückt jede Kultur mit ihren musikalischen Klangmitteln aus. Sie werden dennoch weltweit verstanden. Schwieriger ist das auf dem Gebiet der Sprache und der literarischen Bilder. Eine Einblick in ägyptisches Familienleben und eine Kindheit in den Gärten eines nigerianischen Städtchens vermittelten die Schauspieler Gerald Leiß und Patrick L. Schmitz bei der Matinee am Sonntag mit Auszügen aus Nagib Mahfuz' Kairoer Trilogie und Wole Soyinkas Kindheitsroman Ake. Die Geister der Nacht, die Dämonen des Waldes waren trotz Christentum und Islam immer gegenwärtig.
Leicht lässt sich der verbindende Bogen auf dem Gebiet der leiblichen Genüsse finden. Auch wenn Mango-Bier und Palmwein mit dem Reinheitsgebot kollidieren.
Der Basar fiel dieses Jahr vom Umfang her bescheidener aus als vor zwei, drei Jahren. Er hat aber dadurch auch gewonnen, war doch wenig vom so genannten Ethno-Kitsch zu sehen. Dafür umso mehr Kunsthandwerk und Handarbeit.