Es war ein unglaublich knappes Rennen - nur wenige Punkte trennten die drei Erstplatzierten beim Vorlesewettbewerb am 20. März an der Maria-Ward-Realschule. Bei dem "regionalen" Entscheid handelte es sich um das Finale des Wettbewerbs der fünften Jahrgangsstufe der Realschulen Oberfrankens.
Nach einer schulinternen Vorrunde und einem "kleinen Regionalentscheid" mussten die Finalisten ein letztes Mal ihr Können unter Beweis stellen.

Sprachliche Hürden

Im ersten Durchgang durften die Texte noch selbst gewählt werden. Lea Finze von der Realschule Ebermannstadt las aus Paul Maars "Eine Woche voller Samstage", während Schulkollegin Lea Kraus mit "Der kleine Hobbit" von Tolkien sich ebenso mit einem Klassiker präsentierte. Für die Georg-Hartmann-Realschule Forchheim ging Benjamin Rommeler mit Cornelia Funkes "Drachenreiter" in die Endrunde.
Durch die Erfahrungen in den vorigen Durchgängen meisterten alle Leser ihren geübten Text ohne eine Spur von Nervosität.
In der zweiten Runde wurden die Schüler allerdings mit einem komplett unbekannten Romankonfrontiert - einem Auszug aus "Im Tal der Buchstabennudeln" von Gernot Gricksch. Die Geschichte beinhaltete einige sprachliche Hürden wie zum Beispiel das Wort "Kimono". Trotz dieser Schwierigkeiten zeigten sich die neun Mädchen und drei Jungen allesamt sehr lesebegeistert.
Tizia Lang von der Realschule in Naila lässt sich auch von noch so dicken Romanen nicht abschrecken. "Ich mag sehr gerne die Tintenherz-Reihe von Cornelia Funke", so Tizia, die ein besonders Faible für Bücher über Tiere hat.

Schüler lesen holpriger

Dass diese Schar von Lesewütigen alles andere als die Regel ist, verdeutlichte Deutschlehrerin und Organisatorin Stefanie Müller: "Man merkt, dass die heutigen Fünfklässler viel holpriger lesen, als noch vor fünf Jahren." Deshalb findet sie den Wettbewerb "hervorragend”, da er die Schüler zum Lesen motiviere. "Lesekompetenzen werden überall benötigt, egal ob in der Mathematik oder anderswo", bekräftigte Müller.
Nach dem zweiten Durchgang zog sich die Jury, bestehend aus Vertretern der Stadtbücherei Bamberg, des Buchhandels, des Heinrichsblatts und des Elternbeirats, zur Beratung zurück. Schlussendlich belegte Celina Betz, Schülerin der Maria-Ward-Realschule in Bamberg, Rang drei, und der zweite Platz ging an Janina Lanz von der Realschule Bayreuth. "Total unerwartet", wie er selbst sagte, gewann Benjamin Rommeler von der Realschule Forchheim den Vorlesewettbewerb. Schließlich habe die Konkurrenz auch sehr gut gelesen.
Der Schüler aus der Klasse 5f verriet, dass er viel und gerne lese, besonders die Romane von Joanne K. Rowling und J. R. R. Tolkien.