Miss Fränkische Schweiz zu sein, mache sie unglaublich stolz, sagt Theresa Gerwig. Die 20-Jährige macht seit September eine Ausbildung zur Bankkauffrau und arbeitet nebenbei in einem Biergarten. Die Teilnahme am Regionalentscheid der Miss-Germany-Corporation im Egloffsteiner Gemeindeteil Schlehenmühle kam für sie relativ spontan.

Herzlichen Glückwunsch zum Titel Miss Fränkische Schweiz. Wann haben Sie den Sieg realisiert?
Theresa Gerwig: Erst ein paar Tage danach. Am Freitagabend war ich noch total sprachlos und perplex, ich konnte es gar nicht richtig glauben. Das liegt, glaube ich, daran, dass ich nicht mit dem Sieg gerechnet habe, da wirklich einige hübsche Mädchen dabei waren und es auch erst meine zweite Misswahl war.

Wie sind Sie dazu gekommen, sich bei der Wahl zur Miss Fränkischen Schweiz zu bewerben?
Ich habe eine Woche zuvor schon an der Miss Nürnberg teilgenommen. Da ich es bei dieser Wahl leider nicht unter die Top 3 geschafft habe, dachte ich mir, probiere ich es einfach noch einmal bei der Wahl zur Miss Fränkische Schweiz. Das Gute daran war, dass ich aus dieser Region komme und an dem Tag zufällig Zeit hatte.

Wie lief die Miss-Wahl ab?
Zu Beginn lernten wir einige Choreografien, die wir für die verschiedenen Walks brauchten. Zudem gab es mehrere Anproben, da uns ein Dirndl und ein Badeanzug bereit gestellt worden sind. Insgesamt mussten wir drei Mal auf den Laufsteg: mit einem Abend/Party-Outfit, mit Badeanzug und im Dirndl. Des Weiteren wurden wir einzeln von einem Moderator interviewt. Er stellte uns persönliche Fragen, damit die Zuschauer ein grobes Bild über die Kandidaten bekommen. Außerdem mussten wir eine Wissensfrage zur Fränkischen Schweiz beantworten.

Gab es hinter den Kulissen ein großes Konkurrenzdenken?
Die Stimmung war sehr gut. Ich habe mich mit allen Mädchen super verstanden. Wir haben uns viel unterhalten und uns gegenseitig die Nervosität genommen. Konkurrenzdenken gab es eigentlich gar nicht. Selbst als ich gewonnen habe, kamen alle auf mich zu, haben mich in den Arm genommen und mir gratuliert.

Wie haben Ihre Freunde und Familie reagiert?
Sehr positiv. Alle, mit denen ich gesprochen habe, freuen sich für mich. Es haben mir sogar ein paar Arbeitskollegen geschrieben und auch meine Lehrer haben mir gratuliert, als sie von meinem Sieg erfahren haben. Ich bin wirklich dankbar für die Unterstützung und das Verständnis, das ich von allen Seiten bekomme. Denn auch wenn ich jetzt einmal keine Zeit für Treffen habe, weil ich auf Events muss, verstehen das meine Freunde und sind nicht sauer.

Haben Sie noch Kontakt zur ihren Konkurrentinnen?
Ja, vor allem mit Katharina Buecker, die den zweiten Platz gemacht hat, verstehe ich mich noch immer sehr gut. Wir freuen uns schon zusammen auf die nächste Miss-Wahl. Das Tolle ist nämlich, dass alle drei ersten Plätze der Miss Fränkischen Schweiz an der Wahl zur Miss Bayern teilnehmen dürfen.

Wurden Sie schon auf der Straße angesprochen?
Ja, einmal beim Einkaufen. Da Ebermannstadt ja eine eher kleinere Stadt ist, kennt hier jeder jeden. Trotzdem hat es mich wirklich gefreut, von einem fremden Menschen angesprochen zu werden.

Hat sich Ihr Leben seit dem Sieg verändert?
Abgesehen davon, dass mein Terminkalender voller ist und ich auf viele Events eingeladen werde, hat sich nicht viel verändert. Im November werde ich bei der Wahl zur Miss Bayern und bei der Miss Süddeutschland antreten. Falls ich eine der beiden Wettbewerbe gewinne, darf ich bei Miss Germany mitmachen. Ich glaube, das würde mein Leben dann mehr verändern.

Was werden Sie bis zur nächsten Wahl machen?
Ich werde an einem Medientraining teilnehmen, welches ich bei der Nürnberger Modelagentur Fisher´s House gewonnen habe. Ansonsten werde ich weiterhin zur Schule gehen und meine Ausbildung absolvieren. Vielleicht fliege ich auch im September noch kurzfristig in den Urlaub, das ist aber noch nicht sicher. Bis zur nächsten Wahl (Miss Bayern) ist es mir sehr wichtig, die Fränkische Schweiz würdig zu vertreten.

Wie verbringen Sie Ihre Freizeit?
Ich spiele seit drei Jahren Volleyball in einem Verein und gehe des Öfteren ins Fitnessstudio. Sport ist mir sehr wichtig. Des Weiteren arbeite ich als Aushilfe in einem Biergarten. Das mache ich jetzt schon in der fünften Saison, also seit ich 16 Jahre alt bin. Da ich die meisten Kollegen dort schon länger kenne, macht es mir immer wieder Spaß, mit ihnen zusammenzuarbeiten.

Könnten Sie sich vorstellen, professionell als Model zu arbeiten?
Nein, eher nicht. Obwohl Miss-Wahlen sehr viel Spaß machen, denke ich, dass Modeln nicht das Richtige für mich ist. Dieser Beruf ist zeitlich sehr begrenzt, das heißt, dass man ihn nur bis zu einem bestimmten Alter ausüben kann. Mir ist ein fester Job für die Zukunft wichtig. Trotzdem macht es einen natürlich stolz, eine Miss-Wahl gewonnen zu haben. Ich bin sehr dankbar, dass die Jury mir ihr Vertrauen geschenkt und mich zur Miss Fränkischen Schweiz gewählt hat.

Das Interview führten
Luisa Hölzel und Saskia Bleher.