Ein 26-jähriger Forchheimer, der am Vatertag auf dem Annafest einen anderen Besucher geschlagen und verletzt hatte, wurde vom Amtsgericht Forchheim zu vier Monaten Gefängnis ohne Bewährung verurteilt. Der Auszubildende hatte sich einen netten Tag mit Freunden auf dem Schössla-Keller machen wollen, trank wohl aber einfach zuviel.

Nach dem siebten Weizenbier habe er sich durch das "böse Gschau" eines ihm bis dahin völlig unbekannten 33-jährigen Festbesuchers belästigt gefühlt, gab er vor Gericht an. Wirklich schlüssig erklären konnte er sich allerdings selbst nicht, was da in seinem angetrunkenen Kopf vorging.

Fünf Zentimeter lange Narbe

Jedenfalls sei er aufgestanden und zum Tisch des anderen gegangen.
Dort versetzte er dem arglosen Mann einen derartig heftigen Schlag auf den Hinterkopf, dass sein überraschtes Opfer vornüber auf den eigenen Bierkrug fiel.

Resultat war eine stark blutende Platzwunde am Kopf, die im Klinikum Forchheim genäht werden musste. Eine Woche lang war eine große Beule zu sehen und die Schmerzen so groß, dass der Mann seinem Beruf als Maler und Lackierer nicht nachgehen konnte. Eine fünf Zentimeter lange Narbe an der rechten Stirn wird zurückbleiben und ihn für immer an den Vorfall erinnern.

Weniger gut war dagegen die Erinnerung der Zeugen während des Prozesses. Die meisten hatten zum Tatzeitpunkt auf den Kellern auch selbst reichlich Alkohol konsumiert und waren außerdem zu weit vom Geschehen entfernt. Letztlich ließ sich nicht mehr klären, ob der Täter mit der bloßen Hand, wie er selbst behauptete, oder aber mit einem Bierglas zugeschlagen hatte, worauf Scherben an der Kleidung des Opfers hindeuteten.

Milderes Strafmaß

Sitzungsvertreter Stefan Meyer, der die Rolle des Staatsanwalts übernahm, folgte hier dem Rechtsgrundsatz "Im Zweifel für den Angeklagten". So wurde die Anklage wegen gefährlicher Körperverletzung zu einer normalen Körperverletzung reduziert, was sich mildernd auf das Strafmaß auswirkte.

Richterin Silke Schneider hielt dem Angeklagten auch sein Geständnis, seine Reue und die allerdings etwas unbeholfenen Versuche, sich beim Opfer zu entschuldigen zugute.

Negativ bewertete das Gericht andererseits, dass der Täter nichts unternommen hatte, um sein Alkoholproblem in den Griff zu bekommen.

Der Angeklagte erschien sogar mit deutlich wahrnehmbarer Alkoholfahne vom Vortag und 20-minütiger Verspätung zur Verhandlung im Saal. Die Polizeiakte offenbarte außerdem eine Vorstrafe wegen Körperverletzung, für die noch die Bewährungsfrist läuft. Auch damals war Alkohol mit im Spiel.

So bat Pflichtverteidiger Martin Gelbricht vergeblich um erneute Bewährung. Sein Mandant wird demnächst eine viermonatige Haftstrafe im Gefängnis absitzen müssen. Dort soll er Gelegenheit bekommen, an einem Suchtpräventionsprogramm teilzunehmen.