Die Götter des Blues stiegen vom Himmel herab und spielten im Keller des Jungen Theaters Forchheim - ein letztes Mal in dieser Besetzung. Seit Wochen sind die 200 Tickets für den Gig der Keller Mountain Blues Band ausverkauft, die traditionell den Jahresanfang mit wahnsinnig viel Bass und Rythm zelebriert.

"Wir sind ein Fels in der Brandung der Veränderung", sagt Frontmann Alex Teubner über die Band, die sich 1985 in einem kleinen Probekeller in Hausen gebildet hat. Und so erschüttert der Klassiker "Don`t change horses in the middle of the stream" die Wände in der Kasernstraße Nummer 9.

Mit Sängerin Nadine Albrecht folgt die musikalische Offenbarung. Ihre groovige Stimme in "Do your thing" lässt jedes einzelne Härchen auf dem Arm senkrecht stehen - Gänsehaut! Die Frau hat Klasse und ihre tiefe, volle Stimme lässt an eine verrauchte und verruchte Bar im New Yorker Stadtteil Bronx denken.

Und wenn Alex Teubner nicht wie ein waschechter Franke aussehen würde, mit Forchheimer Bierkrug in der Hand, könnte man ihn ebenfalls im tiefen Süden der Vereinigten Staaten verorten, wo Walter Washington, der mit "You can stay but the noise must go" berühmt wurde, aufgewachsen ist. Teubner röhrt die Songs "Hoochie coochie man" und "Mustang Sally" so inbrünstig, dass es dem ursprünglichen Sänger Wilson Pickett die Schamesröte ins Gesicht getrieben hätte. Nach einer traumhaften Soloeinlage von Stephan "Howlin" Wolf" Greisinger auf dem Tenorsaxophon bringen die Nürnberger Nadine Albrecht und Alex Teubner mit einem Duett die Stimmung auf den Höhepunkt.

Nachdem auch die guten Vorsätze für dieses Jahr - mehr Gemüse oder Pflanzen im Allgemeinen selbst anzubauen - geklärt sind, lässt Teubner die Bombe platzen: Dies sei der letzte Auftritt der Keller Mountain Blues Band in dieser Besetzung, denn die beiden Gitarrenmänner verlassen die Band. Eines der beiden verbliebenen Gründungsmitglieder - Thomas "Foxy" Langguth - und Rainer "Ade" Adebahr, der seit 1991 dabei ist, hören auf. Die beiden gehen nicht im Bösen, die Interessen haben sich geändert.

Im Gespräch erinnert sich Thomas Langguth, wie sich die Gruppe aus einer Schulband des Herder Gymnasiums entwickelt hat. Damals war er 19 Jahre alt. Schon als Kind habe er zusammen mit dem zweiten verbliebenen Gründungsmitglied, Ralf Heilmann, der an den Keyboards sitzt, Musik gemacht. Die Beziehung zu Forchheim sei immer speziell, obwohl die Band in den USA, Nürnberg, Fulda und Bayreuth aufgetreten sei, sagt Langguth.

"The show must go on", und so lassen es Drummer Jochen Schmidt, Roland Zenk am Bass, Harald "Harry" Dalhammer am Baritonsaxophon, Trompeter Guido Grimm und Thomas Schleicher sowie Jürgen "JJ" Trießl an der Posaune richtig krachen, dass der Sauerstoff in den Kellerräumen knapp wird.

Bewerbungen willkommen

Die Band spielt die Songs der Blues Brothers rauf und runter, dazu Ray Charles "Hallelujah I love her so". Am Ende triumphieren Thomas Langguth und Rainer Adebahr jeweils mit einem Erste-Sahne-Solo. Der Applaus nimmt kein Ende, so dass es auch noch ein Zugabe-Medley gibt.

Das nächste Konzert findet am 9.Februar beim Blues will Eat-Festival in Nürnberg statt. Ein Ersatz für einen Gitarristen hat sich gefunden, weitere Bewerbungen sind willkommen. Es gibt keine Information, ob die Band auf dem Annafest spielen wird.