Für den Forchheimer Landrat Hermann Ulm (CSU) ist dieses Wochenende ein besonderes. Zum ersten Mal wird in seiner Amtszeit der Fränkische-Schweiz-Marathon (FSM) gestartet, in Verbindung dazu gibt es einen autofreien Sonntag. Ulm selbst freut sich schon auf Sonntag und ist sich sicher, "mit bewährter Routine machen wir das Beste daraus".

Bis zur angesprochenen "bewährten Routine" war es seit dem ersten FSM im Jahr 2000 ein weiter Weg. Ihre Wurzeln hat die Veranstaltung 1998, als der damalige Landrat, Ulms Vorgänger Reinhard Glauber (FW), die Idee hatte, einen autofreien Sonntag auf der B470 in der Fränkischen Schweiz einzuführen. Auf der Suche nach gestalterischen Elementen für diesen Tag wurden ihm verschiedene Attraktionen angeboten, den besten Vorschlag aber machte Toni Eckert, der Leiter des Kultur- und Sportamtes im Landkreis Forchheim. Da er selbst begeisterter Marathonläufer ist, schlug er vor, einen Fränkische-Schweiz-Marathon zu veranstalten.

Maßnahme der Regionalentwicklung

Heute wird der ursprünglich als Rahmenprogramm gedachte Lauf stärker wahrgenommen als der autofreie Sonntag selbst. Auch deshalb sieht Eckert den FSM als "Maßnahme der Regionalentwicklung". Ein wesentlicher Hintergrund der Veranstaltung sei es, einem überregionalen Publikum die Region vorzustellen. Durch den Sport soll die Umgebung auch für die Jugend an Attraktivität gewinnen. Und tatsächlich spricht sich die Schönheit der Fränkischen Schweiz in der Sportszene rum, so dass viele der jungen Sportler später einmal zum Urlaub machen wiederkommen, berichtet Eckert.

Als der Fränkische-Schweiz-Marathon 2000 zum ersten Mal ausgetragen wurde, war die Veranstaltung ein "riesen Spektakel und noch sehr abenteuerlich", erinnert sich Eckert. "Alle Vereine aus der Region gingen aus Interesse an den Start", woraus sich ein riesiges Teilnehmerfeld ergab. Insgesamt funktionierte der Ablauf trotzdem wie geplant, "wenn auch nicht so routiniert, wie heute".

Damals lief Toni Eckert auch selbst noch beim Marathon mit. Bei Kilometer 38 musste er aufgrund von Krämpfen aber abbrechen. Er sei einfach zu gestresst von der Organisation gewesen, berichtet er und ist sich sicher: "Das würde ich nie mehr machen." Vor lauter Ärger über den Abbruch des Laufes, startete er vier Wochen später beim München-Marathon erneut und kam "völlig in Ruhe" ins Ziel. Da sei ihm der Unterschied, den der Stress macht, besonders bewusst geworden, erinnert sich Eckert.

Erstmals in Organisation eingebunden

Landrat Hermann Ulm ist dieses Jahr nun zum ersten Mal als Organisator dabei, nachdem er in früheren Jahren auch schon mit der Feuerwehr beim Fränkische-Schweiz-Marathon geholfen hat. Heuer habe er aber zum ersten Mal intern mitbekommen, "wie viel Arbeit wirklich dahinter steckt", berichtet Ulm. Er habe ständig mit Toni Eckert alles durchgesprochen und wurde von ihm "überall mit eingebunden, auch wenn die größte Arbeit immer noch bei Eckert und seinen Kollegen liegt". Der Landrat merkte dabei schnell, mit welcher Routine die Vorbereitung des 15. FSM ablief. "Das Team ist eingespielt", sagt er.

Ulm selbst hat früher Fußball gespielt, ein aktiver Läufer ist er nicht. Beim Lauf am Wochenende sei er aber "als Beobachter gerne dabei". Den Fränkische-Schweiz-Marathon hält er für "etwas Einmaliges". Es sei ein "Alleinstellungsmerkmal des FSM in einer so schönen Landschaft auf einer gesperrten Bundesstraße ein sportliches Großereignis feiern zu können", findet Ulm.

Für einen reibungslosen Ablauf beim 15. Fränkische-Schweiz-Marathon ist also gesorgt, weil Toni Eckert und sein Team Landrat Hermann Ulm bei dessen Premiere mit ihrer Routine zur Seite stehen.

Infranken.de berichtet live vom Fränkische-Schweiz-Marathon. Hiergehts zum Liveblog.