Außer dem denkmalgeschützten Altbau mit Kirche stammen die die ältesten Bauteile an der Bamberger Straße aus den 50er Jahren und der Nordtrakt wurde 1980 errichtet. "Das sind Altenheime der ersten und zweiten Generation," sagt Leiterin Christine Unger.
Ein überaus geschätztes Altenheim, sagen dazu viele Forchheimer. Denn die zentrale Lage in der Innenstadt war und ist für viele ein ganz wichtiges Entscheidungskriterium, wenn sie selbst ins Heim wollen oder einen Platz für einen Angehörigen suchen. Das schätzt auch Marianne Endres. So kann die Seniorin ins Café gehen. Das schätzt die Frau mit Rollator, die freundlich lächelnd gerade die Haustür passiert.

Verbrühungsschutz


Nun sollen durch das Pflege-Wohnqualitäts-Gesetz vom Herbst 2011 die Heime der vierten Generation geschaffen werden.
Ältere Häuser haben eine fünfjährige Angleichungsfrist - und auch danach sind noch Ausnahmegenehmigungen möglich - um die Räume auf den geforderten Standard zu bringen. Viele der Forderungen erfüllt das Katharinenspital bereits, zumindest in den neueren Gebäudeteilen. Wie im Zimmer von Marianne Endres: der planebene Zugang zur Dusche, die sichere Falttür zum Sanitärbereich und die breite Türe, durch die ein Bett gerollt werden kann. Thermostate um vor Verbrühungen zu schützen, müssten nach dem neuen Gesetz noch angebracht werden.

Vordenken hat begonnen


Dieser Schutz lässt sich ganz schnell von einem Installateur anbringen, ohne den Betrieb zu stören. Nicht so einfach zu lösen ist, dass Türen und Gänge im Altbau an der Bamberger Straße nicht breit genug sind, um einen Kranken liegend zu transportieren. Dort fehlt es auch an gruppenbezogenen Gemeinschaftsräumen. Und die bisherigen Multifunktionsräume könnten zu reinen Therapieräumen umgenutzt werden. Für die neun Doppelzimmer, die die künftige Mindestgröße von 20 Quadratmetern um zwei unterschreiten, gibt es sicher auch eine Lösung.
"Das Vordenken hat schon begonnen, sagte dazu Bürgermeister Franz Streit (CSU), der die Sitzung des Stiftungsausschusses leitete. Eine Arbeitsgruppe hat sich schon zusammengefunden. Denn, wie es Gerhard Käding formulierte: "25 Jahre unveränderter Betrieb, das ist ein Ding der Unmöglichkeit."
Käding und Mathilde Hartmann (CSU) stellten aber auch eine Frage in den Raum: Können im Katharinenspital auch Demente untergebracht werden? Ihre besondere Sorge: Falls sie weglaufen wollten?

Wohlfühlgruppe für Demente


Für Unger ist das nur der geringere und nicht zwangsläufig auftretende Teil der Krankheitsfolgen. Die vor einem Jahr eingerichtete Wohlfühlgruppe gibt den Erkrankten eine Tagesstruktur mit gemeinsamen Frühstück und Mittagessen. "Unsere vielen Rüstigen achten auch darauf, wenn jemand weggeht", weiß sie aus Erfahrung. Und: In der Stadt träfe den Betroffenen sicher bald ein Bekannter - anders als im Wald. Für Menschen, die besonderer Sicherung bedürfen, beispielsweise per richterlichen Beschluss ein "elektronisches Bändchen" tragen, da würde Unger den Angehörigen ein anderes Haus anraten. Denn verschlossene Türen oder automatische Signalklingeln, wenn jemand aus einem Wohnraum hinausgeht, das schränkt die Persönlichkeitsrechte der anderen Bewohner ein.