In Deutschland ziehen jährlich um den 6. Januar herum rund 300 000 Sternsinger von Tür zu Tür, segnen Häuser und Wohnungen und sammeln dabei Spenden für notleidende Kinder weltweit. Auch wenn der Brauch des Sternsingens bis ins Mittelalter zurückreicht, ist in diesem Jahr durch die Corona-Pandemie vieles anders - auch in Forchheim. Welche Alternativen zum herkömmlichen Sternsingen sind möglich? Es gibt verschiedene Lösungen.

Bereits im Mittelalter zogen Jungen kurz nach der Jahreswende als Könige verkleidet durch die Straßen und spielten den Zug zur Krippe nach. Dieser alte Brauch wurde 1959 mit der Aktion Dreikönigssingen aufgegriffen.

Anders als zuvor setzte man sich nun aber zum Ziel, für notleidende Kinder auf der ganzen Welt Spenden zu sammeln. Daraus entwickelte sich dann das Sternsingen, die inzwischen größte Solidaritätsaktion von Kindern für Kinder. Um den 6. Januar herum ziehen jährlich als Könige verkleidete Kinder und Jugendliche von Haus zu Haus und schreiben für eine Spende einen Segen (in diesem Jahr wäre es "20*C+M+B*21") über die Türen der besuchten Gebäude. Das aktuelle Jahr steht dabei getrennt am Anfang und am Ende des Segensspruches "Christus Mansionem Benedicat".

In der Corona-Krise

Der Forchheimer Oberministrant Timo Kraus, der selbst schon oft an der Aktion teilgenommen hat, weiß jedoch: "Dieses Jahr ist alles ein bisschen anders". Denn auch das Sternsingen ist von der Corona-Krise betroffen.

Aufgrund der aktuellen Situation empfehlen die Veranstalter bereits seit mehreren Wochen, auf den Besuch der Sternsinger an der Haustür zu verzichten. Stattdessen wird sich für kontaktloses Sternsingen unter dem Motto "Heller denn je - die Welt braucht eine frohe Botschaft!" eingesetzt.

In Gottesdiensten können Sternsinger zum Beispiel persönlich auftreten, aber auch ein digitaler Sternsingerbesuch wäre laut den Organisatoren der Aktion möglich. Außerdem könnten Segensbriefe- und Pakete verteilt werden. Welche Aktionen konkret durchgeführt werden, können die einzelnen Gemeinden vor Ort entscheiden.

Für die Ukraine

Welche Aktionen in Forchheim gewählt wurden, ist je nach Kirchengemeinde unterschiedlich. In der St.-Martins-Kirche haben sich die ehrenamtlichen Organisatoren der Sternsingeraktion für das Aufstellen dreier verkleideter lebensgroßer Puppen entschieden. Zusammen mit Erklärungsmaterial rund um die Aktion und um das diesjährige Beispielland Ukraine, für das Spenden gesammelt werden sollen, stehen diese in der Pfarrkirche bereit. Den Segen der Sternsinger kann man sich als Türaufkleber in der Kirche ausliegend abholen.

Es gibt Sternsingergottesdienste

In den Pfarreien St. Johannes Bosco und St. Johannes der Täufer wird in den Familiengottesdiensten am 6. Januar jeweils nur eine verkleidete Gruppe an Sternsingern anwesend sein, um den notwendigen Abstand zwischen den Jugendlichen gewährleisten zu können. Die Ukraine als Beispielland soll während des Gottesdienstes vorgestellt werden. Außerdem sollen Aufkleberbögen mit den Segenssprüchen für 2021 gesegnet werden. Nach dem Gottesdienst können sie gegen eine Spende mitgenommen werden.

Päckchen mit Weihrauch

Sollte man die Gottesdienste, für die vorab Platzkarten ausgegeben werden, nicht besuchen können oder wollen, liegen die Segensaufkleber - je nach Verfügbarkeit - noch bis Sonntag, 10. Januar , in den Kirchen aus. Für jene Besucher, die Verwendung haben, liegen außerdem kleine Päckchen mit Weihrauch bereit.

Die Forchheimer Ministranten, die sich sonst an der Sternsingeraktion beteiligen, zeigen sich verständnisvoll gegenüber den neuen Lösungen. Pfarrsekretärin Margit Bergmann aus dem Pfarrbüro von St. Johannes Bosco weiß, dass es für viele Kinder zwar immer ein schönes Erlebnis war, mit anderen engagierten Jugendlichen am Dreikönigstag unterwegs zu sein. Aber auch die Jugendlichen wüssten, dass die aktuelle Situation es nicht zulasse, von Haus zu Haus zu ziehen, sagt sie. Und auch der Oberministrant Timo Kraus meint, es wäre schwierig gewesen, die Aktion in diesem Jahr unter Einhaltung des Abstands verantwortungsvoll durchzuführen. "Wir Ministranten kommen so schon klar", sagt er zuversichtlich.