Der Bereich Forsten des Amts für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten Bamberg (AELF) und die beiden Waldbesitzervereinigungen (WBV) Fränkische Schweiz und Kreuzberg haben Kooperationsvereinbarungen erarbeitet. Diese wurden nun in einem Privatwald bei Kersbach von den Verantwortlichen unterzeichnet.

Ludwig Thiem, Vorsitzender der WBV Fränkische Schweiz, stellt heraus: "Gemeinsam wollen wir die Waldbesitzer so beraten und unterstützen, dass sie ihren Wald sachgemäß bewirtschaften können." Forstdirektor Michael Kreppel ergänzt: "Die Waldbesitzervereinigungen sind unsere Premiumpartner. Nur mit gemeinsamer Kraft kann der Waldumbau im Klimawandel gerade im kleinparzellierten Privatwald effizient gelingen." Das Ehepaar Fuchs aus Kersbach ist typischer Waldbesitzer im Landkreis Forchheim: Maria und Werner Fuchs bewirtschaften knapp zwei Hektar Wald auf zwei verschiedenen Grundstücken. Der Durchschnitt im Landkreis beträgt 1,6 Hektar auf drei Grundstücke verteilt.

Aufgrund dieser Besitzzersplitterung ist die Waldbewirtschaftung für den Einzelnen sehr schwierig. Maria und Werner Fuchs sind sehr interessiert an der Bewirtschaftung ihres Waldes. Sie haben an der Fortbildungsreihe "Bildung für Waldbesitzer" des AELF teilgenommen und auch schon die nächste Generation in die Waldbewirtschaftung eingebunden. Sie werden vom Revierleiter, Forstamtmann Daniel Schenk, beraten. Gleichzeitig nehmen sie die Unterstützung durch die WBV Kreuzberg wahr. Deren Geschäftsführer, Förster Matthias Koch, organisiert Unternehmereinsätze und Holzvermarktung. Genauso ist es in dem Waldstück bei Kersbach vor etwa zehn Jahren geschehen. Es wurden die Kiefern durchforstet und das Holz über die WBV verkauft. Weil nun Licht auf den Waldboden kam, hat sich eine Naturverjüngung aus Eiche und Elsbeere eingestellt, die mittlerweile über zwei Meter hoch sind. Forstamtsrat Matthias Jessen, der Berater der beiden Waldbesitzervereinigungen, freut sich: "Hier hat der Umbau des Waldes von der anfälligen Kiefer zu einem klimatoleranten Eichenwald wunderbar funktioniert."

Bernhard Roppelt, Vorsitzender der WBV Kreuzberg, ergänzt: "Solche Maßnahmen können gelingen, wenn Forstverwaltung und WBV gemeinsam den Waldbesitzer beraten."

Gemeinsame Hiebe

Matthias Kraft, Geschäftsführer der WBV Fränkische Schweiz, ist überzeugt davon, dass der Klein-Privatwald nur in gemeinsamen Aktionen bewirtschaftet werden kann: "Wir haben da nur eine Chance, wenn sich mehrere Waldbesitzer in einer Ortschaft zusammentun und mit der WBV besitzübergreifende Hiebe planen."

Um diesen Weg erfolgreich weiterzugehen, haben die Forstverwaltung und die Waldbesitzervereinigungen Kooperationsvereinbarungen getroffen, in denen zum Beispiel Sammelberatungen für Waldbesitzer und gegenseitige Information und Abstimmung geplant sind.