Die Sanierungsarbeiten am Dach und der Fassade der Pfarrkirche in Dormitz neigen sich dem Ende zu. Mittlerweile ist die Renovierung der Stuckdecke in vollem Gange. 2017 war ein Stück des barocken Freskos von der Decke des Langhauses gestürzt. Seitdem ist die Kirche gesperrt. Bei der Schadensbegutachtung wurde auch festgestellt, dass das Turmdachtragwerk Fäulnisschäden aufwies. Auch die Chorwände und -gewölbe waren stabilisierungsbedürftig.

Aktuell ist die Sanierung des nördlichen Drittels der Stuckdecke fast abgeschlossen. Damit stehen noch zwei Drittel der Arbeiten aus. Nach der Reinigung erfolgt die Hinterspritzung mit mineralischem Kleber zur Verfestigung der losen Stellen. Auch fehlt noch der Putzuntergrund für das herabgestürzte Bild, ebenso die kirchenmalerische Fassung der Bilder und Stuckelemente.

Auch Dachreiter ist schadhaft

Daneben laufen auch noch die Sanierungsarbeiten am Dachreiter auf dem Westgiebel. Dieser stammt aus der zweiten Bauphase um 1500 und ist damit noch einmal gut 200 Jahre älter als die Stuckdecke. Das Giebeltürmchen ist teilweise sehr verwittert. Einige der Streben müssen in Absprache mit dem Denkmalschutz ersetzt werden. Noch liegt viel Arbeit vor dem Restaurator. Zuerst muss die Decke vorsichtig gereinigt werden. "Da liegt eine ordentliche Schicht Schmutz auf unseren Kunstwerken", berichtet der Kirchenpfleger Nikolaus Demharter, "das ist bei einer Kirche aber unvermeidlich, da die Weihrauchfässer ordentlich geschwenkt werden, manche Kerze rußt oder auch die Betenden Aerosole abgeben." So müsse ein Kirchenraum alle paar Jahrzehnte auch an der Decke gereinigt werden.

Viele kleine Löcher

Zusätzlich muss in Dormitz an vielen Stellen abgelöster Stuck wieder befestigt werden. Dazu bohrt der Restaurator eine Vielzahl kleiner Löcher in die Decke. Dann wird über diese Löcher mehrmals vorsichtig der mineralische Kleber eingespritzt. Bei der aktuellen Witterung trocknet dieser Kleber nur langsam. Das ist für die Qualität der Befestigung vorteilhaft, aber aufwendig.

Die "Schöne vom Lande"

"Hilfe für die Schöne vom Lande", so beschreibt die Deutsche Stiftung Denkmalschutz (DSD) ihr Engagement für die Kirche in Dormitz. In diesem Jahr hat sie 50 000 Euro für die Sanierung gegeben. Rainer Mertesacker fasst im kommenden Dezember-Magazin "Monumente" der DSD zusammen, wie man eine Dorfkirche saniert: "Die Devise heißt von oben nach unten und von außen nach innen. Es wird mit Dach und Dachstuhl begonnen. Dann folgen in der Regel die Außenwände."

Dezember-Heft "Monumente"

Ende November erscheint die Weihnachtsausgabe von "Monumente". Auf Seite 8 bis 19 präsentieren sich 24 Gotteshäuser exemplarisch für die über 2000 Dorfkirchen, die die spendensammelnde Denkmalschutzstiftung mit Hilfe ihrer rund 200 000 Förderer bislang bewahren half. Es sei ein besonderer Adventskalender also, der auf diese Weise entstanden ist. Hinter den 24 Kalendertürchen lugen gewissermaßen 24 "Schöne vom Lande" hervor, Herzensanliegen der Stiftung.

Die kurzen Artikel umreißen in wenigen Zeilen, was mit den Bauwerken geschah und wie die Dorfschönheiten nachhaltig erhalten bleiben . Eines dieser beispielhaften Gebäude ist die Marienkirche in Dormitz. Die Autorin Christiane Rossner schreibt: "Die spätgotische Pfarrkirche liegt nördlich von Nürnberg. Laut der Erzdiözese Bamberg ist die Ausstattung eine der hochwertigsten des gesamten Diözesangebietes."

Spendenkonto

Auch die Katholische Kirchenstiftung Dormitz hat ein Spendenkonto: Liga-Bank, IBAN DE70 7509 0300 0109 0380 19. Der Spendenstand liegt laut Kirchenpfleger Demharter bei 24 800 Euro. Spendenquittungen stellt das Pfarramt Dormitz, Sebalder Straße 14, Tel. 09134/5708, E-Mail pfarrei.dormitz@erzbistum-bamberg.de, aus.