Der Neupriester Christian Wohlfahrt kam zur Nachprimiz nach Kirchehrenbach, um mit den zahlreichen Gläubigen den Gottesdienst zu feiern. Nach dem feierlichen Einzug wurde er von Pfarrer Oliver Schütz im Namen der Pfarrgemeinde herzlich willkommen geheißen.

In seiner Begrüßung griff der Neupriester den Begriff der Flurbereinigung auf, die vieles in der fränkischen Heimat neu geordnet habe. Dabei sei der Auftrag gegeben worden, Neues anzufangen. Dies treffe auch immer wieder auf die Menschen und ihren Glauben zu.

Seine Predigt begann er mit dem letzten Satz des eben gehörten Evangeliums: "Wer Ohren hat, der höre." Dabei verwies er darauf, dass es nicht um das sichtbare Organ gehe, sondern um das "Herzohr". So schreibt auch der Tagesheilige, der heilige Benedikt von Nursia, der auch der Patron Europas ist, in seiner Regel: "Höre mein Sohn (meine Tochter) und neige das Ohr deines Herzens."

Weiter sagte er in seiner Predigt, dass das, was Jesus im gehörten Evangelium sagte, auf jeden zutreffe: "Wir haben alle Zeiten, da fällt das Wort auf den Weg, in die Dornen oder auf steinigen Boden. Doch es gibt auch die Zeiten, in der der Samen auf guten Boden fällt." Dabei erzählte der Neupriester auch von Zeiten in seinem Leben, in der der Samen in die Dornen gefallen sei und nicht aufgehen konnte.

Der heilige Benedikt schreibt weiter in seiner Regel: "Höre mein Sohn auf die Weisung des Meisters, neige das Ohr deines Herzens, nimm den Zuspruch des Vaters willig an und erfülle ihn durch die Tat."

Sein Primizspruch, so der Neupriester aus dem Hohenlied, drücke dies ebenfalls aus, denn dieser lautet: "Lege mich wie ein Siegel auf dein Herz, denn stark wie der Tod ist die Liebe." Nur über das Ohr der Liebe könnten die Menschen tiefer hören, tiefer verstehen und tiefer sehen.

Da an diesem Wochenende auch immer die Wallfahrt der Kirchehrenbacher nach Vierzehnheiligen ist, welche corona-bedingt entfallen musste, sangen die Gläubigen das Lied zu Ehren der Vierzehn Nothelfer. Mit der Erteilung des Primizsegens endete der festliche Gottesdienst.