Für Donnerstag um 19 Uhr haben die Elektra-Energiegenossenschaften aus Pinzberg und Effeltrich gemeinsam mit der Naturstrom AG aus Forchheim ins dortige Sportheim eingeladen. Und zwar alle Eigentümer von Grundstücken in den beiden Windkraft-Vorranggebieten 197 und 200, die zwischen Pinzberg, Gaiganz, Effeltrich und Poxdorf liegen. Die Fläche umfasst etwa 120 Hektar - aufgeteilt auf rund 135 Besitzer und zirka 350 Flurstücke. Diese alle unter einen Hut zu kriegen, bezeichnet Rudolf Wagner, Geschäftsführender Vorstand der Elektra Effeltrich, als "Mammut-Aufgabe". Aber die hiesigen Genossenschaften wollen unbedingt "verhindern, dass externe Investoren kommen und den Rahm abschöpfen".

Klaus Hack überzeugt das nicht. Der 46-jährige Pinzberger ruft auf zum Widerstand und hat eine halbe Stunde vor Beginn der Veranstaltung eine Demonstration angemeldet. Sein Ziel: "Wir wollen die Grundstücksbesitzer informieren, dass sie nicht nur die eine Seite der Medaille sehen, sondern sich auch mal Gedanken über die andere Seite machen." Dort sieht er viele Probleme: Lärmbelästigung, Schattenschlag, elektromagnetische Strahlen, die von den Rotorbewegungen ausgelöst werden, Wertminderung der Grundstücke. Und vor allem: "210 Meter hohe Türme - die kann man ja nicht mit dem Hubschrauber heranschaffen, sondern dafür müssen Straßen gebaut werden, um Baufahrzeuge in das Gebiet zu bringen, durch das bislang nur ein Feldweg geht." Eine offizielle Bürgerinitiative gebe es noch nicht, doch sei sie "im Entstehen". Für Donnerstag hofft Hack auf 50 bis 100 Demonstranten.

Sorgen der Bürger aufnehmen
Elektra-Mann Wagner versichert: "Natürlich wollen wir die Sorgen der Bürger aufnehmen." Es sei auch noch gar nicht sicher, ob in diesem Gebiet überhaupt ein Windpark mit "höchstens fünf, sechs Anlagen" entstehen werde. Dazu müsse geklärt werden, ob die Eigentümer mitmachen, ob die Naturschutzbehörde Einwände hat und ob die Windhöffigkeit einen wirtschaftlichen Betrieb ermögliche. Derzeit werden alle drei Punkte abgeklopft. Donnerstag Abend sollen die Eigentümer überzeugt werden, ihre Nutzungsverträge, die sie bereits vor vier Wochen zur Durchsicht erhalten haben, zu unterschreiben. Ziel sei laut Wagner eine Flächenpacht, von der alle gleichermaßen profitieren würden. Im nächsten Schritt soll dann allen Bürgern die Möglichkeit gegeben werden, sich an dem Projekt zu beteiligen.

Bis dahin werden Klaus Hack und Co. aber sicher noch für viel Gegenwind sorgen. "Wir sollten Windräder da aufstellen, wo auch Wind weht, nämlich in Norddeutschland", sagt Hack. Klaus Hack by Infranken.de