Im Rahmen des P-Seminars "Alter Wald - neu entdeckt" des Herder-Gymnasiums Forchheim werden in den kommenden Monaten verschiedene Projekte rund um den Bayerischen Staatswald bei Burk durchgeführt. Am Dienstag unterstützte Revierförster Erich Daum die Schülerin Judith Eisen bei ihrer Projektidee, an der Petersbuche eine Allee aus zwölf Kirschbäumen zu pflanzen.

Im Rahmen des sogenannten P-Seminars sollen Schüler der Oberstufe bei der Berufsorientierung unterstützt werden. Um gewisse Fähigkeiten wie Organisationsvermögen oder Teamfähigkeit zu erlernen, die für die spätere Arbeit von Nutzen sein können, führen die Teilnehmer gewöhnlich Projekte in Kooperation mit einem externen Partner durch. Die Lehrkraft agiert dabei nur im Hintergrund, für die Organisation und Durchführung ihres Projekts sind die Schüler selbst verantwortlich.

Mit dem Revierleiter

Aus sieben verschiedenen Seminaren unterschiedlicher Fächer entschieden sich unter anderem Judith Eisen, Konstantin Meyer und Anna Strobel am Herder-Gymnasium Forchheim für das P-Seminar "Alter Wald - neu entdeckt" unter der Leitung von Biologielehrer Haupt. Für die Realisierung ihrer Projekte bekamen die Teilnehmer von Revierleiter Erich Daum einen eigenen Revierabschnitt im Bayerischen Staatswald bei Burk zugeteilt. Daum freute sich über das Engagement der Schüler. Ganz selbstverständlich erklärte er sich bereit, "Jugendliche raus in den Wald zu locken" und ihnen mit hilfreichen Tipps zur Seite zu stehen.

Der gewählte Waldabschnitt bietet sich gut für die unterschiedlichsten Ideen an. So erstellen einige Schüler im Rahmen ihres Projekts Informationsblätter über Pflanzen und Tiere, andere beschäftigten sich praktisch. Judith Eisen nahm sich vor, eine kleine Allee aus zwölf Kirschbäumen in die Nähe der Petersbuche im Staatswald bei Burk zu pflanzen. Damit hat die Schülerin sich fast den höchsten Punkt im Revier ausgesucht. Von der Petersbuche aus lässt sich bei gutem Wetter bis auf die Forchheimer Martinskirche und bis auf das gut 15 Kilometer entfernte Hundshaupten blicken. Mit der Bepflanzung möchte die Zwölftklässlerin neben dem Ausblick eine weitere optische Verbindung des Areals rund um die Petersbuche mit der Fränkischen Schweiz schaffen.

Aussicht nicht versperren

Da die Aussicht durch die neuen Bäume aber nicht versperrt werden sollte, wurden die Details der Bepflanzung schon vorab genau mit Daum abgesprochen. Bevor die Schüler sich selbst an die Arbeit machten, erklärte Daum zusammen mit seinem Kollegen Wolfgang Hofmann, was beim Pflanzen der im Pflanzgarten der Bayerischen Staatsforsten selbst gezogenen Kirschbäume zu beachten ist. Neben der Tiefe des Lochs sei es besonders wichtig, dass die Wurzeln der Pflanzen ihre Form auch in der Erde beibehalten. Daher empfahl der Revierleiter, die Erde um das Wurzelwerk vorsichtig zu verteilen. Auch der richtige Abstand vom Weg und das Setzen der Bäume in einer Geraden sei mit Blick auf ihre spätere Größe relevant.

Pflanzenart und Standort gut überlegt

Obwohl sich der Boden beim Graben des ersten Loches als recht trocken erwies, zeigte sich der Standort im Gegensatz zu anderen Gebieten noch immer am geeignetsten. Obwohl auch hier Regen dringend nötig wäre, befindet sich das Gebiet um die Petersbuche doch am Osthang und ist somit nur geringer Sonneneinstrahlung ausgesetzt. Auch über die zu pflanzende Baumart hatte sich Judith Eisen zuvor einige Gedanken gemacht. Zwar gebe es auch andere Pflanzen, die zu dieser Jahreszeit am entsprechenden Standort gepflanzt hätten werden können, die Entscheidung fiel allerdings recht schnell auf die Kirsche. "Durch die schönen Blüten im Frühling ist die Kirsche einfach etwas ganz Besonderes", erklärte Eisen ihre Wahl.

Nach und nach begannen die Schüler nach der kurzen Einführung in Zweiergruppen mit der Bepflanzung. Wie von Daum prophezeit, blieb es nicht aus, dass sich die Schüler "die Finger ein bisschen schmutzig" machten. Mit ihrem Projekt zeigte sich Eisen dennoch zufrieden. "Wenn ihr euer zehnjähriges Abi-Jubiläum habt, sieht das hier bestimmt schon nach was aus", lobte auch Lehrer Haupt.