In der Kapellenstraße 7 fand in den vergangenen Jahren so manches modische und gut erhaltene Kleidungsstück einen neuen Besitzer. Die Aufschriften an der Ladenfensterscheibe erinnern noch daran, dass sich hier der BRK-Kleiderladen befand. "Am Standort Kapellenstraße wollten wir an die äußerst positive Resonanz und damit an den Erfolg anknüpfen, den wir mit unserem Kleiderladen am vorherigen Standort in der Bamberger Straße hatten", sagt Birgit Kastura, Kreisgeschäftsführerin des BRK-Kreisverbandes Forchheim.

"Weil der Laden nun aber etwas versteckter gelegen und fußläufig beschwerlicher zu erreichen war, hatte er deutlich weniger Kundschaft zu verzeichnen. Da die Einnahmen die Miete nicht deckten, mussten wir den Laden schweren Herzens Ende September schließen", bedauert sie.

Kellershop: BRK-Kleiderladen in Forchheim ist umgezogen

Das Angebot wollen sie jedoch aufrechterhalten. Der Einkauf im Kleiderladen sei zwar der sogenannten existenzsichernden Hilfe zuzurechnen, ein Nachweis für eine vorliegende Bedürftigkeit müsse von den Kunden aber nicht erbracht werden. "Vielmehr richtet sich das Angebot an alle Menschen, die sich mit preisgünstiger, gut erhaltener Kleidung eindecken und gleichzeitig einen Beitrag in Sachen Nachhaltigkeit leisten wollen", sagt Kastura.

Zur Kleidung aus der Containersammlung des BRK kommen auch Kleiderspenden, die direkt in der Geschäftsstelle abgegeben werden. "Jedes Kleidungsstück wird dann handgeprüft, schließlich wollen wir nur hochwertige Textilien anbieten", betont Kastura in diesem Zusammenhang.

Der Kleiderladen wurde jetzt im Keller der Kreisgeschäftsstelle des BRK eingerichtet. "Eine Kleiderausgabe befand sich schon einmal in unseren Räumlichkeiten", führt Andreas Rudolph, Breitenausbildungsleiter und zuständig für die Fördermitglieder, dazu aus. "In diesen Anfangszeiten erhielten die Kunden die Kleidungsstücke jedoch ohne die Möglichkeit zur Auswahl oder Anprobe. Jetzt haben wir das Verkaufsmodell angepasst und dabei einige Elemente aus dem Ladenkonzept übernommen."

Das Kellershop-Team wurde aktiv und hat die Räume umfunktioniert

Andreas Rudolph ist auch der Ehrenamtsbeauftragte des BRK-Kreisverbandes Forchheim. Gemeinsam mit den ehrenamtlichen Helferinnen und Helfern, die die eingegangenen Kleiderspenden sichten und sortieren, hat er ein Konzept erstellt, mit dem der Laden parallel zu diesen Tätigkeiten geführt werden kann. Ein neuer Name fand sich ebenfalls: Kellershop.

Über die konzeptionelle Arbeit hinaus hat sich das Kellershop-Team einiges einfallen lassen und engagiert an der neuen Ladenausstattung gearbeitet: Räume wurden zum Kleiderlager umfunktioniert, Wände frisch gestrichen und Spiegel im Verkaufsraum angebracht, eine Kabine haben sie zur Anprobe eingerichtet. Im Gang sind eigens angefertigte Klapptische für die Sortierarbeiten angebracht.

Auch die Kleiderstangen im Verkaufsraum hat das Team in Eigenregie gebaut. Längst nicht alles kann an ihnen Platz finden; so stehen in den Regalen viele weitere Kartons mit T-Shirts, Pullis, Hosen und Schlafanzügen, dazu Stapel mit Decken, bunter Kinderbettwäsche - und in einem Regalfach wartet auch ein kleiner Teddybär auf seinen neuen Besitzer.

Eröffnungstermin ist wegen der Corona-Pandemie verschoben worden

"Alles war und ist für die Eröffnung vorbereitet", blickt Andreas Rudolph auf die arbeitsintensiven Wochen zurück. Der anvisierte Eröffnungstermin Anfang November musste aufgrund der verschärften coronabedingten Schutz- und Hygieneverordnungen jedoch verworfen werden. "Unser Hygienekonzept ermöglicht prinzipiell jeweils einer Person den Kleidereinkauf. Allerdings ist der Einsatz des ehrenamtlich tätigen Kellershop-Teams mit den derzeitigen Rahmenvorgaben erst einmal auf Eis gelegt. Damit kann der Laden leider nicht betreut und betrieben werden", sagt er.

Trotzdem blicken Birgit Kastura und Andreas Rudolph optimistisch in die Zukunft und hoffen, die Räumlichkeiten bald für die Kundschaft öffnen zu können. Denn die Nachfrage sei da. Wer dieses Angebot noch nicht kenne oder noch nicht genutzt hat, sei ebenfalls herzlich eingeladen, dem Kellershop nach der Eröffnung einen ersten Besuch abzustatten. "Vielleicht findet sich ja gleich das ein oder andere Lieblingsstück", stellen die beiden in Aussicht.