Viel ist es nicht, was noch an den Urahn der Hundshauptener Linie des Geschlechtes derer von Pölnitz erinnert, der vor 350 Jahren das Rittergut erwarb. Eine Kanone im Eingangsbereich des Schlosses und Portraits von ihm und seiner Ehefrau sowie eine Lanze aus dem 17. Jahrhundert sind die augenfälligsten Zeitzeugnisse.
Die Rede ist von Hieronymus Christoph, Freiherr von Pöllnitz, Chur-Mainzischer und Bischöflich-Bambergischer Geheimder Rath, Kayserlicher General-Major und Bischöflich-Bambergischer Kommandant der Vestung Forchheim. Er erhielt am 14. September 1661 unter dem damaligen Bamberger Bischof Philipp Valentin Voit von Rieneck das Rittergut als Lehen. An diese Belehnung erinnert sein Nachkomme in der zehnten Generation, Heinrich Freiherr von Pölnitz, am Sonntag, 25. September mit einer Einladung für die Bürger von Hundshaupten und Hundsboden.

In säurefreien Kartons


Aus der Lehensurkunde, datiert von 1661, geht nicht nur die Größe des damaligen Rittergutes hervor (100 Tagwerk Feld, drei oder vier Tagwerk Wiesen und eine Schäferei mit 700 Schafen) auch die Namen der Untertanen sind aufgelistet. Da ist die Rede von Moritz Polster, Hans Küeffel, Hans Stöcklein, Claus Weis und Geörg Allmann, die Arbeitsdienste leisten mussten. Auch die Höhe ihrer Pacht ist exakt aufgelistet.
Die übrigen historischen Dokumente sind zwar optisch weniger spektakulär, für Historiker aber von unschätzbarem Wert. "Hieronymus Christoph scheint ein sehr ordentlicher Mann gewesen zu sein", urteilt Heinrich Freiherr von Pölnitz. Sein Urahn hat sämtliche Rechnungen aufbewahrt. In 400 säurefreien Kartons lagern in Regalen sämtliche Unterlagen von 1661 bis in die heutige Zeit. Ein Repertorium, eine Art Inhaltsverzeichnis, hilft dabei, Unterlagen wie das Rundschreiben der Reichsritterschaft aus dem Jahre 1680 zu finden.

Grenzen missachtet?


Die Zeiten überdauert haben auch Unterlagen aus der Zeit, als Hundshaupten noch in Besitz der Herren von Wiesenthau war. Der Letzte dieses Stammes wurde beschuldigt, Holz für Reparaturarbeiten an der Schlossscheune unrechtmäßig aus dem Wäldern der Leutenbacher Nachbarn geholt zu haben. Auch soll er Grenzsteine versetzt haben.

Scheune saniert


Den Gerichtsunterlagen ist nicht nur eine Zeichnung von Schloss Hundshaupten zu verdanken, wie es um 1600 wohl ausgesehen hat, sondern auch eine von Hand gefertigte Kartenskizze, die exakt die Besitzverhältnisse beschreibt und den "strittig ort Holtzes" lokalisiert.
Diese einsturzgefährdete Scheune hat Heinrich Freiherr von Pölnitz jetzt erneut saniert. Ohne geklautes Holz, versteht sich. Dafür aber mit Unterstützung des Landesamtes für Denkmalpflege, der Oberfrankenstiftung und der Deutschen Stiftung Denkmalschutz in Potsdam. Letztere hat auch den Stammsitz des zum Uradel zählenden Geschlechtes derer von Pöllnitz in Oberpöllnitz, einem Stadtteil von Triptis (Saale-Orla-Kreis) renoviert. Erstmals urkundlich erwähnt wird der Name Pölnitz, der sich vom slawischen polnice, zu deutsch Acker, ableitet, anno 1238.
Gleichzeitig mit dem Gedenken an die Übernahme des Schlosses vor 350 Jahren feiert Heinrich Freiherr von Pölnitz, ein bekennender Katholik, die Einweihung der sanierten Scheune mt einem Gottesdienst, zu dem auch die Mitglieder der Landwehr Leutenbach in ihren farbenprächtigen Uniformen geladen sind. Es spielt der Posaunenchor Egloffstein.