Noch bis zum 9. August läuft in der Christuskirche Forchheim, Paul-Keller-Straße 19, mit Werken von Käthe Kollwitz. Die Ausstellung ist dienstags bis sonntags in der Zeit zwischen 15 und 19 Uhr geöffnet. Erwachsene bezahlen sechs Euro, Schüler und Studenten vier Euro.

Die Berliner Grafikerin, Zeichnerin und Bildhauerin Käthe Kollwitz gilt bis heute als eine der wichtigsten deutschen Künstlerinnen. Eine nach ihrem Werk gestaltete Plastik steht in der Neuen Wache Berlin, der zentralen Gedenkstätte der Bundesrepublik Deutschland für die Opfer von Krieg und Gewaltherrschaft.

Sozialkritische Botschaft

Die laufende Ausstellung wurde von der Ernst-Barlach-Museumsgesellschaft konzipiert und wird in der Forchheimer Christuskirche durchgeführt.

Ihr Durchbruch gelang Käthe Kollwitz 1898 mit der Auseinandersetzung des Dramas "Die Weber" von Gerhardt
Hauptmann. Die Uraufführung inspirierte sie zu ihrem ersten Zyklus, welcher auf der Berliner Kunstausstellung gezeigt wurde. Die Obrigkeit missachtete jedoch die sozialkritischen Arbeiten.

In den Jahren danach folgen ein Zyklus zum Bauernkrieg (1902-1908) und mehrere Zeichnungen für die satirische Zeitschrift "Simplicissimus". Wenige Monate nach Ausbruch des Ersten Weltkriegs fällt ihr Sohn Peter in Belgien - er hatte sich freiwillig gemeldet. Käthe Kollwitz wird diesen Tod nie überwinden.

Eindeutiger Standpunkt

Die revolutionären Ereignisse in Russland 1918/19 lassen Käthe Kollwitz, wie viele andere Intellektuelle, erneut auf eine bessere Zukunft hoffen. Sie schlägt sich auf die Seite der Arbeiterbewegung, kann sich aber trotzdem Zeit ihres Lebens nicht für einen eindeutigen politischen Standpunkt aussprechen.

In den 20er-Jahren erhält sie viele Aufträge für humanitäre und politische Einrichtungen: Für die Internationale Arbeiterhilfe entsteht ein Plakat gegen den Hunger in Russland und für die Kommunistische Partei ein Plakat gegen das Abtreibungsverbot; sie setzt sich auf künstlerischer Ebene für Kriegs- und Zivilgefangene ein und mit der sozialistischen Arbeiterbewegung gegen einen neuen Krieg.

Im Zusammenschluss mit anderen Intellektuellen unterschreibt sie 1932 einen Appell, um dem Faschismus entgegenzuwirken. Über die Druckgrafik als Mittel zur Vervielfältigung und Ausstellungen in Warenhäusern gelingt es ihr, über die Kunstszene hinaus bekannt zu werden und ein großes Publikum zu erreichen. Ihre Arbeiten stehen im Dienst der Anklage, der Mahnung, des Aufrufs: "Freilich reine Kunst ist meine nicht. Ich will wirken in dieser Zeit, in der die Menschen so ratlos und hilfsbedürftig sind."