Sieben Postkartenmotive mit der Überschrift "Forchheim braucht sein Theater!" untermauern mit bunten Bildern Vielseitigkeit des hochwertigeren Kulturbetriebs.
Im Stadtrat am Donnerstag wurde die Frage der Bezuschussung des Jungen Theaters vertagt. Vorsitzender Wolfram Weltzer zeigte sich erleichtert, dass es "nun eine offene Diskussion über die Bezuschussung des Theaters" geben kann. Die Postkarten-Aktion sei "vom Zuschussantrag des Theaters unabhängig - wir wollen das Theater erhalten - darum geht es."
Weltzer hatte wiederholt darauf hingewiesen: Um professionell arbeiten zu können, benötige das Theater 50 000 Euro. Zwar zahle die Stadt die Miete, aber für die eigentliche Arbeit blieben nur 5112 Euro. Folglich, so Weltzer, "brauchen wir 45 000 Euro mehr".
Hintergrund der Postkartenaktion: Nach bald zwei Jahrzehnten rein ehrenamtlicher Arbeit fordert das Theater professionelle Unterstützung. "Regelmäßiger, verlässlicher Kulturbetrieb auf hohem Niveau und mit großem Engagement: Dass eine solche Einrichtung auf Dauer nicht rein ehrenamtlich betrieben werden kann, ist offensichtlich!", heißt es im Text, der sich an die Stadt Forchheim wendet.
Mit der Aktion will das Theater nach den Worten seines Vorsitzenden Wolfram Weltzer auch zeigen, dass es kein Programm für ein Nischenpublikum macht, sondern für die ganze Stadt. "Teile der Kommunalpolitik denken immer noch, für die Mehrheit der Forchheimerinnen und Forchheimer sei ein vielfältiges Kulturangebot verzichtbar. Dem ist aber nicht so, was wir mit einer sicher vierstelligen Zahl unterschriebener Postkarten beweisen werden", erläutert Weltzer den Ansatz der Aktion.

20 Jahre Erfolg


In den bald 20 Jahren kontinuierlicher Arbeit habe das Theater unterschiedlichste Zielgruppen erschlossen: Jugendliche, die dort zur Partytime gehen, Theaterjugendgruppen und Schultheateraufführungen seien ebenso in der Kasernstraße zuhause wie das Kleinkunstpublikum zwischen 30 und 70. Auch die Musikszene profitiere. Und auch die Wirtschaft habe einen Nutzen: "Ein reiches Kulturleben ist Voraussetzung, um Fachkräfte in der Region zu halten oder nach Forchheim zu holen. Moderne Unternehmen wissen um die Bedeutung dieses weichen Standortfaktors", ist Johannes Mehlich, 2. Vorsitzender des Vereins, überzeugt. Mit einem hauptamtlichen Kultur- und Ehrenamtsmanager könne die Stadt sich einen Wettbewerbsvorteil sichern. "Wir kennen keine Stadt in Bayern, die so viel Kultur so günstig auf die Beine stellen kann." Das vom Theater vorgeschlagene Modell mit einem Hauptamtlichen und weiterhin weit über 100 Ehrenamtlichen wäre vorbildlich auch für andere Städte.
Die Postkarten sind im Jungen Theater erhältlich und werden an vielen Orten der Stadt ausliegen. Sie können an das Theater zurückgeschickt werden, das die Unterschriften sammelt, oder auch direkt ans Rathaus gehen.