Bonbons mit Multivitamin-Geschmack könnten bald als Nahrungsergänzungsmittel fungieren - zumindest wenn es nach Katharina Bezold, Hanna Knoll und Marie Ruhland vom Gymnasium Fränkische Schweiz (GFS) geht. Für den Wettbewerb "Schüler experimentieren" stellten sie Süßigkeiten her, die als besonderen Protein-Träger Haare verwenden. Bei dem Wettbewerb errangen sie den Regionalsieg in Oberfranken.

Beim Wettbewerb "Jugend forscht" waren zwei männliche Teams aus Ebermannstadt erfolgreich. Sowohl in der Sparte Arbeitswelt als auch in Physik ging der Regionalsieg in die Fränkische Schweiz.


270 Teilnemer aus Oberfranken

Anfang März fand in Coburg der Regionalentscheid für Oberfranken statt. Knapp 270 Teilnehmer mit 160 Projekten kämpften um die Regionalsiege in den einzelnen Sparten. Die Ebermannstadter räumten drei von 15 zu vergebenen ersten Plätzen ab. Einen Sonderpreis für ein Biologie-Projekt gab es ebenfalls für das GFS. Da das Gymnasium zu einer der erfolgreichsten Schulen des Wettbewerbes zählt, erhielt es einen Sonderpreis über 500 Euro.

Ebermannstadts Bürgermeisterin Christiane Mayer (NLE) ist von "Jugend forscht" überzeugt. Die Schüler könnten zeigen, was sie können und praxisorientiert Probleme lösen, sagte sie. "Wir sind stolz, was unsere Schulen leisten", betonte Mayer, die sich die vier prämierten Projekte der Schüler vorstellen ließ.

1.) Die jüngsten Preisträgerinnen aus Ebermannstadt waren drei Chemie-Schülerinnen der 8. Klasse. Sie nahmen beim Wettbewerb "Schüler experimentieren" teil und gewannen auf regionaler Ebene mit ihren Projekt "Lecker Haare". Katharina, Hanna und Marie lösten mit chemischen Prozessen die Proteine aus Haaren heraus.
Mit verschiedenen Chemikalien kochten sie die Haare auf und erhielten so das herausgelöste Protein in Pulverform. Dieses Pulver arbeiteten die Schülerinnen in eine Bonbonmasse ein, um diese mit den gewonnenen Nährstoffen anzureichern und als Nahrungsergänzungsmittel zu benutzen. Die Haare für den Versuch haben sie sich beim Friseur besorgt. "Der Friseur fand die Idee cool", erklären die Mädchen. Am 18. und 19. April geht es für die jungen Forscherinnen nach Dingolfing zum Landeswettbewerb.

2.) Ein Toaster, bei dem der gewünschte Bräunungsgrad per Handy oder Touchscreen eingestellt werden kann, das wär's. Genau das dachten sich Tobias Knauer, Daniel Welker und Moritz Drummer. Für "Jugend forscht" entwickelten die drei Jungs einen Toaster mit optischer Bräunungskontrolle und konnten damit in der Sparte Arbeitswelt beim Regionalwettbewerb überzeugen.

"Wir haben sehr viel Zeit in dieses Projekt gesteckt", erzählt Daniel. Vom 4. bis 7. April geht es für die Jungs zum Landeswettbewerb nach München. "Wir haben zwar schon einen Prototypen, aber bis zum Landeswettbewerb möchten wir noch einen zweiten bauen", erklärt Tobias. Ein Patent für ihre Erfindung haben sie bereits angemeldet.

3.) Warum teuer, wenn es auch billig geht? Unter diesem Motto experimentierten Fabian Brütting und Julian Windeck, die die 10. Klasse des Gymnasiums besuchen. Schon öfters haben die Jungs an "Jugend forscht" teilgenommen. In diesem Jahr beschäftigten sich die Schüler mit dem Thema Optik.

Aus einer Taschenlampe, Legosteinen, einem Plastikrohr und einer Kamera bauten die cleveren Burschen ein optisches Spektrometer. Die Taschenlampe stellte die Lichtquelle dar, durch eine Linse wird dieses gebündelt und in das Rohr geleitet. Dort wird das Licht mit Hilfe eines Gitters in seine Einzelteile aufgebrochen. Die Kamera dokumentierte dann das Ergebnis in Form eines Farbspektrums.

Durch die Fotos der Kamera konnten die Ergebnisse dann auf den PC gezogen werden und weiter analysiert werden. "Wir konnten mit einfachen Mitteln dieselben Messergebnisse erzielen", sagen die Schüler. Auch für die beiden Physiker geht es im April zum Landeswettbewerb nach München.

4.) Madlen Schatz überzeugte die Jury mit ihrem Experiment zur Beseitigung des Müllproblems durch Mehlwürmer. Mit ihrem Biologieprojekt gewann sie einen Sonderpreis und darf einen Tag in der Hochschule Coburg in der Bioanalytik verbringen.

"Bio find' ich ziemlich interessant", sagt die Schülerin. Die Idee zu ihrem Projekt kam ihr, als sie etwas darüber im Fernsehen gesehen hatte. In ihrem Experiment wies sie nach, dass Mehlwürmer Plastik verdauen können.
Nachdem die ersten Versuche gescheitert waren, gelang es ihr im dritten Anlauf. Mehlwürmer entwickeln beim Verdauen CO2 , welches in Kalkwasser nachgewiesen werden kann. Um zu beweisen, dass die Würmer tatsächlich CO2 produzieren, weil sie Styropor gegessen haben, ließ sie die Mehlwürmer darin schwimmen. Währenddessen fütterte sie diese mit Styropor und konnte durch die Trübung des Wassers dann eine CO2 -Entwicklung feststellen und ihre Theorie beweisen.