Auf dem Promenadenweg der Wiesent reichte der Platz für alle Traktoren, Unimogs und andere landwirtschaftliche Geräte und Fahrzeuge gar nicht mehr aus. 135 Teilnehmer bedeuteten Rekord für die Schützengesellschaft Waischenfeld und ihr Oldtimer-Bulldog-Treffen. Rund 1500 Schaulustige sahen dann die Rundfahrt der betagten Ackermaschinen durch die Innenstadt. Dieselgeruch lag in der Luft und der Luftkurort Waischenfeld erreichte sicherlich kurzzeitig nicht mehr die Spitzenwerte an reiner und gesunder Luft, die erst kürzlich vom Landesumweltamt bescheinigt wurden.

Dafür war es aber wieder ein Riesenspektakel, das inzwischen die Besuchermassen in das Wiesentstädtchen und anschließend in den Kraußengarten zieht, wo es vom Grillhähnchen und Haxen bis hin zum italienischen Eis alles gab, was das Herz begehrte.

Dreschen mit der Venus

Schützenchef Horst Schmitt
zeigte sich äußerst zufrieden, wie auch die beiden Organisatoren Reinhard Schrüfer und Reinhard Stenglein, die sich den ganzen Nachmittag ihrer Venus widmeten. Die Venus ist nicht etwa Frau oder Freundin, sondern eine Mengele-Dreschmaschine mit Baujahr 1939, die von einer Lanz-Presse angetrieben wurde, die noch vier Jahre älter ist. Dreschmaschine wie Presse haben die beiden liebevoll restauriert, und so konnte das Korn gedroschen und in Säcke abgefüllt werden. Eine schweißtreibende Arbeit bei dieser Hitze, die ihnen aber als Vorführeffekt sichtlich Spaß machte.

Die Traktorenfreunde waren von überall her nach Waischenfeld gekommen. Von Pottenstein bis Betzenstein, von Wonsees bis Weißenohe, von Heinersreuth und Altenplos bis Prebitz und Lindenhardt.

Einen der weitesten Wege hatte Walter Pensel aus Kirchleus. Sogar aus dem Landkreis Erlangen-Höchstadt waren Traktoren gekommen, aber auch aus Kulmbach und dem Kreis Bamberg. "Ich habe schon erwartet, dass es viele werden, da sich sehr viel mehr angemeldet haben als im letzten Jahr", sagt Reinhard Stenglein und schaut zum Himmel: "Ein Dank auch an unseren Herrgott, weil er das Wetter so gemacht hat."

Erst am späten Nachmittag sollte ein wolkenbruchartiger Gewitterschauer kommen, der in der Waischenfelder Vorstadt, also dort, wo das Traktortreffen stattfand, einige Keller voll laufen ließ. Die Feuerwehr war jedoch gleich zur Stelle. Auch in Nankendorf hatte es einige Kanaldeckel aus der Straße gedrückt. Zu dem Zeitpunkt, als die Rundfahrt mit lauten Böllerschüssen der Kirchenbirkiger Böllerschützen startete, herrschte jedoch bester Sonnenschein.