Eine Diskothek in Forchheim? Bisher Fehlanzeige. Wenn es nach den Brüdern Osman, Bekir und Ahmet Motor geht, könnte sich das aber bald ändern. Die Drei betreiben momentan die Café- und Shisha-Lounge O.B.A. in der Hauptstraße und haben bei Facebook eine neue Seite gegründet. Sie heißt "O.B.A. Club" und hat innerhalb eines Tages über 400 Fans gewonnen.

"Wir hatten die Idee, einen Club zu eröffnen, schon bevor wir die Shisha-Lounge gemacht haben", erklärt Ahmet, der dieses Projekt nun alleine gestartet hat. "Damals haben wir keine passende Location gefunden." Mittlerweile seien aber zwei potenzielle Standorte im Gespräch. Um nun herauszufinden, ob sich der Aufwand lohnen würde, gibt es eben die besagte Facebook-Fanseite.

Auch Subway sammelt Fans
Ein ähnliches Projekt betreibt die Fast-Food-Kette Subway seit April 2014. Damals wurde die Seite "Wir wollen einen Subway für Forchheim" gegründet. Der Zuspruch hält sich bisher in Grenzen. Rund 300 Fans hat die Imbisskette für einen Standort in Forchheim bereits gewinnen können. "300 Fans ist ja gar nicht so wenig", sagt Christian Türcke vom Planungsbüro von Subway. "Wir schauen uns das Feedback natürlich an, aber wir machen unsere Planung nicht davon abhängig."

Die Franchise-Lizensen, die Subway vergibt, sind auch abhängig davon, wo eine geeignete Fläche und ein Unternehmer gefunden werden.

"Es gab schon mit mehreren Interessenten in der Region Gespräche", sagt Türcke. "Wir schauen uns als globales Unternehmen natürlich an, ob ein Potenzial vorhanden ist. Das sehen wir in Forchheim auf jeden Fall." Türcke erklärt, dass sowohl ein Standort im Industriegebiet, als auch ein Standort in der Fußgängerzone denkbar sei. "Die Reaktionen in sozialen Netzwerken sind kein alleiniges Kriterium, können aber natürlich einen Trend aufzeigen", weiß Türcke. In letzter Zeit hatte es jedoch auch zwei Fälle gegeben, bei denen die Resonanz bei Facebook eine Eröffnung voran gebracht hatte. Auch in Höchstadt sind die Zahlen der Subway-Facebook-Fanseite höher als in Forchheim - bald könnte dort ein Subway kommen. In Forchheim wird das trotz relativ wenigen Fans aber nicht ausgeschlossen. "Die sozialen Netzwerke zeigen uns nur eine Tendenz", betont Türcke.

Interessenentwicklung im Blick
Mit mehr als einer Tendenz rechnet auch der Betreiber der "O.B.A. Club"-Seite nicht. "Ich habe natürlich Bedenken, ob ein Club in Forchheim funktionieren würde", sagt Ahmet. "Ich habe aber die Seite erstellt, um zu sehen, wie sich das Interesse entwickelt."

Wenn das Projekt noch mehr Anklang findet, dann gibt es schon konkrete Pläne. "Das ganze Konzept steht, die Forchheimer müssen nur wollen", erklärt Ahmet. Der Club soll dann ab 18 Jahren sein und erstmal nur samstags geöffnet haben. House und Hip-Hop sind die Musikrichtungen, mit denen die Brüder die Forchheimer dann zum Tanzen bringen wollen. "Wir merken das bei uns in der Shisha-Lounge, ab zwölf verteilen sich die Gäste, fahren oft nach Erlangen oder Nürnberg, um noch Feiern zu gehen", sagt Ahmet. Diesen Leuten soll künftig auch in Forchheim die Möglichkeit gegeben werden, Party zu machen.

"Im vergangenen Jahr haben wir sechs Veranstaltungen im Kolpingsaal organisiert", erzählt Ahmet. "Dort war aber das Problem, dass um zwei Uhr die Musik ausgemacht werden musste und um drei die ganze Party vorbei war. Das wollen die jungen Leute aber nicht."

Rund 500 Gäste sollen in dem möglicherweise entstehenden Club Platz finden. Bis es aber so weit ist, wartet Ahmet Motor auf weitere Facebook-Fans. "Bei 1000 Likes werde ich bekannt geben, welches die potenziellen Locations sind", sagt Ahmet. Nach Veröffentlichung dieser Bilder erwartet er sich dann noch größeren Zulauf auf der Seite.

Ohne Werbung zu den Likes
"Bei 3000 Likes werden wir ein Video von der Unterzeichnung des Pachtvertrags posten", gibt er sich optimistisch. Und bei 5000 Likes wird es dann ein Eröffnungsdatum geben. Mittlerweile hat das Club-Projekt über 500 "Fans" auf seiner Seite. Tendenz nach wie vor steigend. "Wir haben keine Werbung geschalten, denn wir wollten keine Likes aus anderen Teilen Deutschlands oder dem Ausland", sagt Ahmet. Bisher seien alle Likes aus der Gegend und somit tatsächlich potenzielle Besucher. Ob und wann es zu einer Eröffnung kommt, ist nun also abhängig von den Facebook-Nutzern.