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Forchheim
Umweltschutz

In Forchheim Brunnenwasser testen lassen

Umweltschützer analysieren im Labormobil des Vereins VSR-Gewässerschutz in Forchheim direkt, ob das Wasser aus heimischen Brunnen getrunken werden kann oder nicht einmal zum Auffüllen des Planschbeckens taugt.
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Milan Toups (l.) und Harald Gülzow entnehmen eine Probe aus einer Flasche mit Brunnenwasser. Foto: PR
Milan Toups (l.) und Harald Gülzow entnehmen eine Probe aus einer Flasche mit Brunnenwasser. Foto: PR

Der heiße und - trotz der jüngsten Regenfälle - zu trockene Sommer geht zu Ende. Doch im kommenden Jahr nimmt mit steigenden Temperaturen auch der Wasserverbrauch beim Befüllen des Planschbeckens und beim Gießen im Garten wieder zu. "Das Wasser aus dem eigenen Brunnen stellt eine gute Alternative zum kostbaren Leitungswasser dar. Wer Brunnenwasser nutzt, trägt zu einem nachhaltigen Umgang mit unseren Trinkwasservorräten für die Zukunft bei", erklärt Susanne Bareiß-Gülzow, Vorsitzende im VSR-Gewässerschutz.

Allerdings verschmutzen Nitrate und Pestizide das Grundwasser der landwirtschaftlich intensiv genutzten Regionen. Auch können durch verschiedene Einflüsse Krankheitserreger ins Wasser geraten. Viele Belastungen kann man nicht sehen oder riechen. Ob das eigene Brunnenwasser für das Befüllen des Planschbeckens, zum Gießen, als Tränkwasser für Tiere oder sogar zum Trinken geeignet ist, können Brunnenbesitzer am Labormobil der gemeinnützigen Organisation VSR-Gewässerschutz erfahren.

Klarheit gegen Gebühr

Es hält am Montag, 9. September, auf dem Paradeplatz in Forchheim. Wasserproben nehmen Projektleiter Harald Gülzow und ein Mitarbeiter im Bundesfreiwilligendienst von 15 bis 17 Uhr am Labormobil entgegen. Eine Grunduntersuchung auf den Nitrat-, Säure- und Salzgehalt wird gegen eine Gebühr von zwölf Euro durchgeführt.

Diese Untersuchung wird bereits vor Ort vorgenommen, so dass die Bürger ihre Ergebnisse schon gegen Ende der Aktion abholen können. Gegen weitere Kostenbeteiligungen werden umfangreichere Untersuchungen auf Parameter wie Eisen, Phosphat oder Bakterien angeboten. Das Ergebnis dieser Analysen wird mit einer Bewertung per Post zugesandt. Die Brunnenbesitzer werden mit ihren Messwerten aber nicht alleingelassen. Das Team vom VSR-Gewässerschutz berät anhand der Messergebnisse, wofür das Brunnenwasser geeignet ist.

Experte am Telefon

Außerdem beantwortet Diplom-Physiker Harald Gülzow, Experte zum Thema Brunnenwasserqualität, immer freitags zwischen 9 und 12 Uhr Fragen unter der Telefonnummer 02831/9763342. Damit die Ergebnisse aussagekräftig sind, sollten für die Probenahme und den Transport Mineralwasserflaschen genutzt werden. Besonders geeignet sind dabei bis zum Rand gefüllte 0,5-Liter-Flaschen aus Kunststoff.

Das Team vom VSR-Gewässerschutz bietet am Mobil neben den allgemeinen Informationen zu Belastungen und deren Ursachen auch eine individuelle Beratung für den jeweiligen Brunnenbesitzer an, um mögliche Belastungen und deren Ursachen zu besprechen. Die Umweltschützer möchten beim Thema Wasserqualität besonders die breite Öffentlichkeit einbeziehen. "Brunnennutzer haben das gleiche Ziel wie wir: unbelastetes Grundwasser", sagt Susanne Bareiß-Gülzow. Die Brunnenbesitzer und der Verein trügen gemeinsam dazu bei, dass die Wasserqualität des Grundwassers verbessert wird - auch außerhalb von Wasserschutzgebieten. Dem VSR-Gewässerschutz sei es wichtig, dass die Menschen über Belastungen des Grundwassers informiert sind. Messergebnisse würden deshalb regelmäßig in Karten zusammengefasst, um Belastungsschwerpunkte deutlich erkennbar zu machen.

So wurde auch eine Nitratkarte Franken 2018 erstellt, die auf der Internetseite der Gewässerschützer eingesehen werden kann.


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