Den Beobachtern der Verhandlung bot sich ein ziemlich widersprüchliches Bild. Die drei jungen Männer, alle zwischen 24 und 26 Jahre alt, hatten den ihnen zur Last gelegten Vorwurf der gefährlichen Körperverletzung von Anfang an abgestritten.

Die Verhandlung hatte sogar wiederholt werden müssen, weil für ihren Geschmack nicht genug Zeugen vorgeladen waren. Doch für Staatsanwalt und Richterin waren die Angeklagten ohnehin das, was man gemeinhin als "böse Finger" zu bezeichnen pflegt. Im Verlauf der Verhandlung wandte sich die Dynamik dann gegen sie und alle wurden bestraft. Die Verteidiger des angeklagten Trios schienen wohl einen Plan zu haben, aber nicht unbedingt einen gemeinsamen.
Und das rächte sich letztlich, als die Urteile gesprochen wurden.

Ordentlich getankt

Die drei jungen Forchheimer hatten sich von drei anderen Gästen aus Baiersdorf angemacht gefühlt. Das hatte vielleicht etwas damit zu tun, dass das Forchheimer Trio ordentlich getankt hatte, die drei Baiersdorfer aber nachweislich bei null Prozent Alkoholgehalt waren.

Dass die eine Gruppe so nüchtern war wie die andere angetrunken, war aber wohl eher ein Zufall. Allen gemeinsam waren ihre Essgewohnheiten, denn der Hunger zog alle in einen Schnellimbiss in der Forchheimer Innenstadt. Der eine aus der Forchheimer Gruppe war nicht nur der Bedienung von der Schule her bekannt, sondern auch dem später hinzugezogenen Polizeibeamten.

Alle wollten etwas essen, doch da waren unterschwellig im Hintergrund ständige Frotzeleien zu hören, von denen jeder behauptete, sie seien von der jeweils anderen Seite ausgegangen.
Beide Gruppen sagten später von sich, dass sie lieber früher als später hätten gehen wollen, um möglichen Konflikten aus dem Weg zu gehen.

Die Forchheimer waren die ersten, die gingen. Doch dann bemerkte der später als Haupttäter Ausgemachte, dass er sein Handy und seinen Schlüssel am Tisch vergessen hatte, und er musste noch einmal zurückkehren. Ob die Frotzeleien daraufhin wieder von neuem losgingen, ist nicht verbürgt, aber im Weggehen zeigte der Forchheimer den zurückgebliebenen Baiersdorfern den Mittelfinger.

Die Spirale der Gewalt setzte sich in Gang. Der Forchheimer wollte sich mit den Baiersdorfern schlagen. Da er noch unter Bewährung stand, soll der folgende Satz gefallen sein: "Schlag mich zuerst, damit ich mich wehren kann. Denn ich stehe unter Bewährung, ich darf nicht als erster schlagen."

Heftiges Nasenbluten

Zu Beginn hatten beide Seiten noch versichert, sie hätten niemanden schlagen wollen, hätten gar nicht gewusst, was der jeweils andere von ihnen wolle.

Es habe keine Anmache gegeben, auch keine eindeutigen Gesten. Später soll der Forchheimer Haupttäter allerdings einem der Baiersdorfer einen Schwinger versetzt haben, sodass dieser zu Boden ging.
Und ein anderer habe mit ihm gemeinsam die Baiersdorfer mit Füßen getreten, ins Genick und an den Hinterkopf. Es gab einen Nasenbeinbruch, starke Schwellungen und heftiges Nasenbluten. "Das war eine ganz brachiale Art des Vorgehens", sagte der Ankläger und lehnte für die beiden älteren Angeklagten Bewährungsstrafen ab.

Richterin Schneider hielt sich im Wesentlichen an diese Vorlage: Ein Jahr und zwei Monate für den einen Schläger, ein Jahr für den zweiten, neun Monate auf eine dreijährige Bewährung für den dritten.

Damit ist die Sache aber noch nicht ausgestanden, denn die Geschädigten hatten als Nebenkläger Adhäsionsanträge gestellt, mit denen im Strafverfahren zivilrechtliche Anträge abgegolten werden können.
Amtsrichterin Schneider verurteilte das Trio zu entsprechenden Zahlungen, die aber von den beteiligten Anwälten direkt ausgehandelt werden können.