"Die Forchheimer Bevölkerung schreibt der Nürnberger Bratwurst höchste Kompetenz zu". Davon ist Tucher-Verkaufsdirektor Bernd Herrmann überzeugt, der gestern im Beisein von Oberbürgermeister Franz Stumpf (CSU/WUO) den Pachtvertrag für die "Alte Wache" unterzeichnete. Nach dem Vorbild des Nürnberger Bratwursthäuslas an der Sebalduskirche soll schon im Frühjahr der Buchenholzgrill angeschürt werden - und Bratwurstduft wird über den Paradeplatz wehen.
"Für uns ist die Verpachtung ein wichtiger Schritt", erklärt Oberbürgermeister Franz Stumpf. Nach der Trennung vom früheren Pächter, der über zwei Jahrzehnte die Wache "gut geführt" habe, sei intensiv über eine Neunutzung nachgedacht worden. Stumpf erinnert dabei daran, dass in der Vergangenheit sogar über ein Büro für Sportvereine diskutiert worden sei.
Für das historische Gebäude habe es viele Bewerber gegeben. Nachdem es allerdings von Seiten der Forchheimer Brauereien kein Interesse an einer Pachtübernahme gegeben habe, sei man auf die Bewerbung von Tucher zurückgekommen. Das Konzept habe dem Stadtrat gut gefallen. " Wir sind guten Mutes", freute sich Stumpf, der auch auf die hohen Investitionen verwies, an denen sich die Brauerei beteilige.
Stumpf nannte als Gesamtinvestitionssumme einen "Betrag im mittleren sechsstelligen Bereich". Davon übernehme die Stadt ein Drittel, zwei Drittel werden von Tucher bezahlt. Dafür ist dann aber auch ein längerfristiger Pachtzeitraum vorgesehen - aufgeteilt auf drei verschiedene Mietzeitoptionen. Zunächst einmal seien fünf Jahre vorgesehen, wobei aber eine Gesamtlaufzeit von 20 Jahren möglich sei, erklärte Tucher-Verkaufsdirektor Bernd Herrmann.
Der setzt große Hoffnungen auf die Stadt und ihre Entwicklung. Obwohl aus dem Süden Nürnbergs kommend, sei er oft hier, verriet Herrmann: "Zum Brillenkauf und als Königsbad-Besucher". Die Alte Wache liegt an einem "Dreh- und Angelpunkt zur Stadt, das hat uns schon immer gefallen", betont der Tucher-Verkaufsdirektor - besonders auch deshalb, weil das Gebäude eine gewisse Ähnlichkeit mit dem Nürnberger-Bratwursthäusla an der Sebalduskirche habe. Die Freifläche, die künftige Paradeplatzgestaltung mit dem Neubau eines Geschäftszentrums, dies alles verspreche eine hohe Besucherfrequenz und habe Tucher veranlaßt mit hohem finanziellen Aufwand in die Alte Wache einzusteigen.

Appetitliches Konzept


Das Tucher-Konzept macht Appetit: Ein offener Buchenholzgrill ist geplant mit einer Glaswand zur Küche. Zusätzlich zu den Nürnberger "Brotwörscht" sollen täglich wechselnde Mittagsgerichte angeboten werden. Kurzum: "Es wird eine preiswertes, schnelles Essen serviert - und es riecht gut", betont Herrmann.
Ein rustikales Ambiente mit Holzverkleidung soll für Gemütlichkeit sorgen. Doch bis es soweit ist, muss noch viel getan werden: Die gesamte Elektro- und Wasserinstallation wird komplett neu gelegt. ein Fettabscheider wird installiert, eine Be- und Endlüftung eingebaut und schließlich werden die Toiletten saniert.
Dem Vernehmen nach will Tucher eine viertel Million Euro in die Renovierung investieren. Anfang März sollen die Arbeiten beginnen. Eröffnung ist im Frühsommer.