Größeres Kopfzerbrechen bereitete dem Gemeinderat in der jüngsten Sitzung der Antrag von Bürgern, die eine Entlastung der Erleinhofer Straße fordern. Obwohl der Antrag wegen formaler Fehler laut Bürgermeister Holger Bezold (FW) streng genommen nicht zulässig sei, wolle man den Wunsch der Anlieger den Fach- und Aufsichtsbehörden vortragen. Die Bürgergemeinschaft fordert die baldige Realisierung einer "ordentlichen Erschließungsstraße", um den Schwerlastverkehr zu den dortigen Gewerbebetrieben aus der Erleinhofer Straße herauszubringen.

"Uns ist die Situation bekannt", betonte Bezold. "Wir haben das Landratsamt Forchheim schon mehrfach gebeten, Hilfestellung zu leisten, um die unbefriedigende Angelegenheit für die dortigen Anwohner erträglicher zu machen." Das Landratsamt habe daraufhin die betreffenden Unternehmen schriftlich aufgefordert, in der Betriebserlaubnis nicht genehmigte Tätigkeiten einzustellen. Täglich würden dort 100 Schwerlastfahrzeuge und mehr gezählt und das von morgens bis abends um 21 Uhr, bemerkte ein Anwohner.

Bereits im März 2016 hatte die Bürgergemeinschaft die Gemeinde darauf hingewiesen, dass die Planung zum Bau der Umgehungsstraße keine Anbindung der südlichen Gewerbebetriebe vorsieht. Man hatte der Gemeinde vorgeschlagen, ein Teilstück der Umgehungsstraße von der Staatsstraße bis zur Erleinhofer Straße selbst zu realisieren, damit das Gewerbegebiet Langenau ordentlich erschlossen ist, um die beiden Unternehmen dorthin zu verlagern. Die Verkehrssituation in der Erleinhofer Straße könnte so entschärft werden und die Anwohner im Wohngebiet hätten deutlich geringere Lärm- und gesundheitliche Belastungen zu ertragen.


Höhere Emissionswerte

Das Gewerbegebiet Langenau war geplant und wurde durch ein Normenkontrollverfahren verhindert, sagte Bezold. "Wir haben das Straßenbauamt Bamberg seitens der Gemeinde gebeten, ob es nicht möglich wäre, den Kreisverkehr an der Abzweigung nach Kleinsendelbach vorgezogen zu bauen, solange das Planfeststellungsverfahren läuft", teilte Bezold den Räten mit. Desweiteren würde auch eine ordentliche Bauleitplanung hilfreich sein.
"Ich kann die Anwohner schon verstehen", unterstützte Marianne Mirsberger (CSU) den Antrag der Bürgergemeinschaft. Das momentane Verkehrsaufkommen gefährde nicht nur die Sicherheit der Anwohner, sondern es sei auch eine Steigerung der Emissionswerte festzustellen, führen die Anwohner in ihrem Antrag an. Zudem verschlechtere sich der Zustand der Straße zusehends. Dass die Anwohner letztendlich über Straßenausbaubeitragssätze die Kosten der gewerblichen Überbeanspruchung mittragen müssten, empfinden sie als ungerecht.

"Uns wäre schon sehr geholfen, wenn der Schwerlastverkehr nicht mehr über die Erleinhofer Straße erfolgen würde" sagte Ulrich Proschke, selbst betroffener Anwohner. "Wenn ich das Planfeststellungsverfahren abwarten soll, werde ich das nicht mehr erleben", meint er frustriert. Abschließend fassten die Gemeinderäte einstimmig den Beschluss, den Antrag an das Staatliche Bauamt auf vorzeitigen Baubeginn des Kreisverkehrs an der Abzweigung nach Kleinsendelbach zu stellen.


Für barrierefreie Haltestellen

Einstimmig beauftragte das Gremium die Verwaltung, in Verhandlungen mit dem Straßenbauamt Bamberg zu treten, um den gemeindlichen Kostenanteil für den barrierefreien Umbau der Bushaltestellen festzulegen, da ein Großteil der Maßnahmen in der Baulast des Staatlichen Bauamtes Bamberg liegt. Ferner wird erwogen, die Bushaltestelle Raiffeisenstraße in Richtung Erlangen im Ausfahrtbereich zu verlängern, um dort die Situation verkehrssicherer zu machen.

Die Änderung des Flächennutzungs- und Landschaftsplanes für den Markt Neunkirchen am Brand nahm der Gemeinderat zur Kenntnis mit dem Hinweis, dass bei Erstellung weiterer Baugebiete ausreichend Retentionsflächen und Regenrückhalte zu schaffen sind.