Um das Grab im Gedenken an den verdienstvollen Höhlenforscher Fritz Huber in Niederfellendorf zu erhalten, hat die Forschungsgruppe Höhle und Karst Franken (FHKF) in diesen Tagen - wie auch schon 1998 - wieder die Grabgebühr für die nächsten 20 Jahre übernommen.

Alle Daten, die bei der Erfassung und Erforschung von Höhlen im Fränkischen Jura gesammelt werden, werden im "Höhlenkataster Fränkische Alb" (HFA) gesammelt. Neuentdeckungen erhalten eine Katasternummer, unter der nachfolgend alle später erarbeiteten Informationen zu der Höhle verwaltet werden. Neben Fotodokumentation und Höhlenplan werden Informationen zur Geologie und Morphologie, zur Hydrologie und Meteorologie, zur Paläontologie und Biologie und zu vor- und frühgeschichtlichen Funden gesammelt und stehen dann der Höhlenforschung für wissenschaftliches Arbeiten zur Verfügung.

Gesammeltes Wissen

Der HFA ist faktisch die konzentrierte Sammlung allen Wissens über die Höhlen im Fränkischen Jura, von denen bis dato über 3000 erfasst sind. Die Zuarbeit geschieht im Wesentlichen durch die in Nordbayern aktiven und im Landesverband für Höhlen- und Karstforschung Bayern zusammengeschlossenen höhlenkundlichen Vereine.

Gründung 1935

Die Gründung dieses Katasterwerkes geht ins Jahr 1935 zurück, als Fritz Huber zusammen mit Helmut Cramer den "Höhlenkataster Bayerische Ostmark" ins Leben rief und diesen später alleine als "Höhlenkataster Fränkische Alb" weiterführte. Damals wurde der Grundstein für eine umfassende und übersichtliche Datenerfassung und -verwaltung gelegt, die noch heute im digitalen Zeitalter Gültigkeit hat.

Von Amerikanern beschlagnahmt

1945 wurde der Kataster offenbar als "kriegswichtig" eingeschätzt, von den Amerikanern beschlagnahmt und nach Washington gebracht. Fritz Huber begann danach sofort wieder mit der Sammlung von Höhlendaten der Fränkischen Alb und versuchte zwischenzeitlich unentwegt, "seinen" Kataster wieder zurückzubekommen.

Vermittlung durch Bundeswehr

1966 war es endlich möglich, auch durch intensive Vermittlung der zwischenzeitlich gegründeten Bundeswehr, die Unterlagen von den Amerikanern zurückzubekommen und an Fritz Huber zu übergeben. Noch heute wird der "Huber-Kataster" als zentrale Sammelstelle aller höhlenrelevanten Faktoren unter Aufsicht eines "Katasterbeirats" und von allen Höhlenvereinen in Franken getragen weitergeführt

Wegen seiner großen Verdienste um die Höhlen- und Karstforschung war Huber zum Ehrenmitglied des Verbandes der Deutschen Höhlen- und Karstforscher ernannt worden. Auch die Abteilung für Karst- und Höhlenkunde der Naturhistorischen Gesellschaft Nürnberg, deren Mitglied er war, hatte ihm die Ehrenmitgliedschaft verliehen.

Gestorben ist der "Vater des Fränkischen Höhlenkatasters" und Begründer einer umfassenden Datensammlung von Höhlen im Fränkischen Jura am 15. März 1984 im einundachtzigsten Lebensjahr in Nürnberg. Beigesetzt ist er auf dem Friedhof in Niederfellendorf bei seiner Mutter - eine geborene Pollmann - und deren Eltern.

Dieter Preu aus Neunkirchen am Brand, Ehrenvorsitzender der FHKF, erklärt: "Obwohl Fritz Huber nie Mitglied der FHKF war, sehen wir in ihm den Mann, der die Grundlagen für eine systematische Höhlenforschung entscheidend mitgeprägt hat. Deshalb dürfen wir seine Grabstätte nicht dem Verfall überlassen und sehen unser Engagement als kleinen Dank an eine verdienstvolle Persönlichkeit der Höhlenforschung in Franken."