Die Produktion des Blähtonwerkes in Hallerndorf belastet vor allem die Nachbarn in Eggolsheim. Liapor-Chef Jürgen Tuffner weht ein Gegenwind der Verbitterung um die Ohren. Kann die jahrzehntelange Leidensgeschichte trotzdem enden? Lesen Sie hier die ganze Geschichte.

Ist die Staublast, die von Liapor in Hallerndorf ausgeht, unterschätzt worden? Das sagen die Aufsichtsbehörde und der der Umwelt-Arbeitskreis der CSU.

Kommentar von FT-Redakteur Ekkehard Roepert:

Seit 50 Jahren wirbelt das Liapor-Werk in Hallerndorf im doppelten Sinne des Wortes Staub auf. Das scheint jene zu bestätigen, die die Nase endgültig voll und die Hoffnung aufgegeben haben. Aber noch nie in der Liapor-Geschichte gab es so viel Grund zur Zuversicht wie jetzt. Im Gegensatz zu früheren Geschäftsführern agiert mit Jürgen Tuffner ein Mann an der Spitze des Unternehmens, der glaubhaft für Offenheit steht. Dass protestierende Bürger umgehend zum Gespräch ins Werk eingeladen wurden, das war vorher undenkbar. Zudem ist die Umwelttechnik vorangeschritten. Sowohl für die qualmenden Öfen als auch für die Nutzung der Abwärme sind Lösungen greifbar nahe.

Aus zwei Gründen wäre es töricht, Liapor mit Null-Toleranz-Forderungen unter Druck zu setzen. Erstens: Dort wo die Interessen von Industrie und Bevölkerung aufeinanderprallen, sind Konflikte normal. Sie dürfen nicht darüber hinwegtäuschen, dass Kommunen, also wir alle, von Industrieansiedlungen profitieren. Zweitens: Die Positionen, die Werksleitung und Umweltaktivisten propagieren, liegen so nahe beieinander, dass auch die härtesten Kritiker Zuversicht schöpfen müssten.