Ab dem nächsten Jahr sollen die Autofahrer, die auf dem Parkplatz des Höhenschwimmbads parken, zur Kasse gebeten werden. Der Beschluss fiel nach einer längeren und kontroversen Diskussion darüber mit 7:6 Stimmen denkbar knapp aus.

Wie hoch die Parkgebühren sein sollen und für welchen Parkzeitraum steht allerdings noch nicht fest. Allerdings soll es keine Parkraumüberwachung geben. Dies bedeutet, dass die Gemeinde nicht kontrolliert, ob jemand Parkgebühren entrichtet hat oder nicht. Denn eine Parkraumüberwachung käme zu teuer und wäre deshalb nach Überzeugung des Gemeinderats ein Zuschussgeschäft. Sporadisch könnte jedoch die Polizei kontrollieren, ob Parkgebühren bezahlt wurden. Dies würde dann auch für Nichtzahler zu einem Bußgeld führen.


2275 Euro für einen Automat

Wie Geschäftsstellenleiter Paul Sponsel eingangs erläuterte, würden die Personal- und Verwaltungskosten für eine Parkraumüberwachung die Einnahmen durch die Parkgebühren weitaus übersteigen.

Deshalb sollen Parkautomaten wie am Friedhofsparkplatz und am Parkplatz beim Haus des Gastes aufgestellt werden. Hier muss allerdings zunächst investiert werden, da ein Parkautomat ohne Fundament 2275 Euro kostet. Für Wartung und Reparatur müsste man pro Jahr außerdem mit Kosten von weiteren 250 Euro rechnen.
Dass mit Parkgebühren aber durchaus Einnahmen für die Gemeindekasse erzielt werden können, zeigen die Beispiele am Friedhof und der Tourist-Info. Hier kommen jährlich rund 12 000 Euro zusammen.

Keine Geld für eine Wiese

Zweiter Bürgermeister Georg Bauernschmitt (SPD) ist derweil der Ansicht, dass es in Gößweinstein immer noch genügend kostenlose Parkplätze gäbe. "Überall zahlt man für das Parken. Mit den Einnahmen könnten wir den Parkplatz verbessern", sagte Bauernschmitt.

"Solange der betreffende Parkplatz nur eine Wiese ist, kann man aber keine Parkgebühren verlangen", sagte Rainer Polster (FW). Laut Konrad Schrüfer (FW) könnten 40 neue Parkplätze auf Kirchengrund am Friedhof neu geschaffen werden.

Dietmar Winkler (CSU) hielt zwei Euro als Tagessatz realistisch. "Das kann jeder stemmen", meinte Winkler. Für die Dauerparker schlug Winkler 50 bis 100 Euro pro Jahr als Parkgebühr vor.

"Wir vermarkten uns zu billig. Nichts ist bei uns etwas wert", kritisierte Georg Lang (CSU). Er sprach sich ebenfalls für Parkgebühren am Freibad aus. Der Gast auf dem Parkplatz bekomme schließlich eine Leistung und der Platz müsse auch unterhalten und hergerichtet werden, argumentierte Lang. Den Tourismus bezeichnete lang als "weiße Industrie" für Gößweinstein. Dafür müsse man den Leuten eben auch Geld abnehmen.
Wenn der Parkplatz ordentlich ist, könne man auch Gebühren dafür verlangen, so der Ex-Bürgermeister.

"Das tut uns nicht gut"

Bürgermeister Hanngörg Zimmermann (BMG) war absolut gegen Parkgebühren. "Das ist in unserer Region nicht üblich und tut uns nicht gut", so Zimmermann.
Schließlich wolle man Gäste nach Gößweinstein locken. Zimmermann fürchtet nun negative Auswirkungen auf den Tourismus in Gößweinstein.