Wenn es vom Dach Bonbons regnet, dann ist Richtfest im katholischen St.- Franziskus-Kindergarten in Gößweinstein. Für rund eine Million Euro wird dort derzeit eine Kinderkrippe als Anbau an den bisherigen gebaut. Der Hollfelder Architekt Hartmut Schmidt muss sich dabei einem straffen Zeitplan stellen.

Denn bis Ende dieses Jahres muss die Schlussrechnung für den Neubau der Kinderkrippe mit zwei Gruppen und insgesamt 24 Krippenplätzen vorliegen. "Um den Zuschuss nicht zu gefährden", erklärt Schmidt die Eile. Er plant, dass die Kinder die Krippe am 7. Januar 2015 beziehen können. Die Kosten für das Millionenprojekt teilen sich der Freistaat Bayern, das Erzbistum Bamberg, die Gemeinde Gößweinstein und die katholische Kirchenstiftung Gößweinstein. Hausherr und Pfarrer Pater Flavian Michali ist dabei guter Dinge: "Das Dach ist drauf.
Und in den Rohbau hat es nicht reingeregnet."

Schöner und moderner

Für den Neubau der Krippe musste ein Gebäudeteil des bestehenden Kindergartens abgerissen werden. "Dafür wird nun alles viel schöner, moderner und größer", freut sich Kindergartenleiterin Irmgard Redel.

Gebaut werden eine neue große Küche, zwei Krippen- und zwei Schlafräume, neue Sanitäranlagen und ein großes Bad mit Spiellandschaft und eine Kreativecke. "Wir haben schon 18 Anmeldungen", freut sich Redel. Sie ist zuversichtlich, dass schon bald sämtliche 24 Plätze ausgebucht sein werden. Eine Gruppe ist derzeit wegen der Baumaßnahmen in die Gößweinsteiner Schule ausgelagert.

Insgesamt wird der neue St.- Franziskus-Kindergarten einmal 75 sogenannte Regelkindergartenplätze anbieten können. Hinzu kommen die neuen Krippenplätze. "Die Nachfrage und der Bedarf ist vorhanden", sagt Redel.
Zum Richtfest gekommen waren auch Bürgermeister Hanngörg Zimmermann (BGM) und Kirchenpfleger Bernhard Schrüfer. Beide werten die neue Kinderkrippe als eine dringend notwendige Investition in die Infrastruktur von Gößweinstein. "Das macht Gößweinstein attraktiver", sind sich Schrüfer und Zimmermann einig. Wie sich das für ein Richtfest gehört, hält Zimmermeister Henry Distler von der Muggendorfer Zimmerei Taut nach alter Tradition hoch oben auf dem Dach den Richtspruch.

Zuvor hatten die Kinder mit buntem Krepppapier geschmückte Richtbäumchen an einen Balken angenagelt. Danach regnet es vom Dach für die Kinder Bonbons.
Mit ihren Erzieherinnen hatten sie auch den sogenannten Bauarbeiter-Rap einstudiert. Als Belohnung gab es für die Kinder heiße Wienerle und für die Bauarbeiter Küchla.