Der Kamin der Firma Liapor im Hallerndorfer Industrie- und Gewerbegebiet ist weithin zu sehen. Die meisten Hallerndorfer werden sich an den Anblick des rund 100 Meter hohen Baus inzwischen wohl gewöhnt haben und ihn kaum mehr beachten. Dennoch hat der Kamin nun die Hallerndorfer Gemeinderäte zum Diskutieren und Streiten gebracht.

Die meisten Ratsmitglieder waren sich gleichwohl offenbar bewusst, dass ein Industriegebiet auch dann Geld in gemeindliche Kassen spült, wenn es bei den Kommunal- und Gewerbesteuern mal wieder etwas hapert. Sie hätten dem Ansinnen der Firma wohl auch mehrheitlich zugestimmt, aber Bürgermeister Heribert Weber (WG Willersdorf-Haid/WG Hallerndorf) hatte einen besseren Vorschlag. Der nahm dann auch dem zunächst aufbrausenden Sturm im Gemeinderat die Kraft.

Vor einer Abstimmung soll es nämlich zu einer Ortsbesichtigung kommen, der auch die Kritiker etwas abgewinnen konnten.
Die Firma betreibt laut Antrag eine Anlage zum Blähen von Ton, was im Sinne der Bundesimmissionsschutzverordnung und des zugehörigen Gesetzes genehmigungsbedürftig ist.

Thermische Nachverbrennung

Die Firma Liapor hatte einen diesbezüglichen Antrag zunächst an die Genehmigungsbehörde am Landratsamt geschickt. Dessen Mitarbeiter leiteten den Antrag aber an die Gemeinde Hallerndorf mit der Bitte um eine Stellungnahme.

Bei der so genannten Änderungsgenehmigung geht es um bereits bestehende Rauchgasreinigungsanlagen in den Abgasen der beiden Drehrohröfen, die um eine thermische Nachverbrennung erweitert werden sollen. Die Crux bestand aber wohl eher darin, dass niemand so wirklich verstanden hatte, um was es überhaupt ging. Auch Geschäftsleiter Hermann Seebauer, von dem der Antrag stammte, gab freimütig zu: "Ich habe das von der Vorlage abgeschrieben."

Die Erläuterungen aus dem Landratsamt waren auch nicht sonderlich hilfreich, weswegen Bürgermeister Weber zunächst ein klärendes Schreiben des Sachbearbeiters in Ebermannstadt favorisierte, später aber auf den Gedanken mit dem Lokaltermin verfiel. Mathias Erlwein (JB) hegte relativ unverblümt den Verdacht, dass es sich hier um eine Müllverbrennungsanlage handeln könnte: "Die verbrennen dort doch alles, was sie können", sagte Erlwein. Andere Gemeinderäte widersprachen allerdings dieser Interpretation.

Neues Auto für die Feuerwehr

Ebenfalls eine Stellungnahme musste die Gemeinde Hallern dorf zum Bebauungsplan mit integriertem Grünordnungsplan im Gebiet "Eggolsheim, Büg-Süd, Logistikzentrum" abgeben.
Dabei handelt es sich um die Baustelle des Markts Eggolsheim und der Firma Lidl. "Wir können froh sein, dass das Gebäude in der Nähe bleibt, weil dadurch auch bei uns Arbeitsplätze gesichert werden", begrüßte Weber das Projekt. Seine Gemeinderäte schlossen sich dieser Position einhellig an.

Ein einstimmiges Ja gab es im Gemeinsderat auch zur Anschaffung eines Tragkraftspritzenfahrzeugs TSF für die FFW in Stiebarlimbach. Laut der Bezirksregierung gibt es dafür einen Zuschuss von 19.500 Euro. Die Kosten betragen einschließlich Vier-Meter-Band-Funkanlage rund 52.000 Euro.

Außerdem hat der Gemeinderat Ausschreibungen akzeptiert, mit denen notwendige Vergaben für die neue Kinderkrippe auf den Weg gebracht werden. Der Auftrag für die Möbel ging an eine Firma im Würzburger Raum zum Preis von etwa 18.000 Euro. Die Einbauküche darf für etwa 10.000 Euro eine Firma aus Hallern dorf liefern.