Jens Bauer ist sich ganz sicher: "Als Club-Fan wird man geboren. Man ist einfach Club-Fan." Auch Roland Höltschl kennt keine Zweifel: "Club-Fan zu sein, ist eine Berufung - nicht jeder kann das sein." Doch woher rührt diese tiefe innere Überzeugung der sogenannten Clubberer? "Oftmals ist das die Familientradtion", erklärt Höltschl.
Der 1. FC Nürnberg ist ein fränkischer Traditionsverein, und in vielen Familien wird die Liebe zum Club an die nächste Generation ganz selbstverständlich weitergegeben. So können viele Mitglieder der Rot-Schwarzen Klosterbrüder, dem FCN-Fanclub in Weißenohe, gar nicht so konkret sagen, weshalb sie Club-Fan sind - es gehört ganz selbstverständlich zu ihrem Leben, bei jedem Spiel mit ihrem Verein um den Sieg zu zittern. "Ich konnte wegen meiner Arbeit eine Zeit lang nicht mehr ins Stadion gehen.
Als ich dann endlich wieder mit dabei war, habe ich sehr schnell gemerkt, wie mir das gefehlt hat", erzählt Markus Wittmann. Ihn fasziniert insbesondere die besondere Atmosphäre im Stadion. "Oft steht man dort und bekommt einfach Gänsehaut am ganzen Körper, wenn etwas Bewegendes passiert", ringt der 24-Jährige nach Worten. "Manchmal fließen dann aber auch Tränen - wenn der Club ein wichtiges Spiel verloren hat", hakt Kathrin Reisberger ein. Die Weißenoher Club-Fans feiern mit ihrem Verein und weinen mit ihrem Verein. Eines bleibt sich dabei immer gleich: Sie halten ihrem Verein die Treue, egal wie viele Flanken wieder hinter das Tor fliegen.

Beim Grillen mit den Spielern

Einige der Weißenoher Fans sind ihren Idolen sogar schon bis ins Trainingslager nach Spanien oder in die Türkei hinterhergereist. "Das war toll dort", erinnert sich Wittmann. Die Rot-Schwarzen Klosterbrüder wurden in einem dieser Trainingslager sogar schon von den Spielern zum Grillen eingeladen. "Man muss wissen, dass die Spieler ganz normale Menschen sind, die auch mit Fans ganz normal umgehen und zur Not auch dir die Fragen stellen, wenn du dich nicht traust", erinnert sich Martina Skulteti. Sie hat bei einem dieser Trainingslager selbst schon einmal ein paar Spieler kennenlernen dürfen.
Den großen Fußballstars sei es auch wichtig, welche Meinung die Fans zu strategischen Entscheidungen haben: "Als wir in der Türkei beim Grillen saßen, haben uns schon einige der Spieler gefragt, was wir als Fans vom Trainerwechsel halten und wen wir gern als Trainer gesehen hätten", berichtet Wittmann. Im Stadion bekommen die Fans aus Weißenohe ihre Idole natürlich nie so nah zu Gesicht. "Das geht ja auch gar nicht, schließlich sind da viel zu viele Menschen. Da kommen die Spieler in die Fankurve und applaudieren und wenn man Glück hat, klatschen sie noch ab. Wenn man die Fußballer mal hautnah erleben möchte, dann sollte man unter der Woche einmal zum Training fahren - oder eben mit zum Trainingslager", berichtet Bauer. Er ist Vorsitzender der Klosterbrüder. Er hat den Fanclub gemeinsam mit seinen Freunden ins Leben gerufen. Welches Ziel haben die Clubberer noch mit ihrem Lieblingsverein? "Das liegt auf der Hand", sagt Jens Bauer, "die Meisterschaft natürlich. Jetzt haben wir vor einiger Zeit den Pokal geholt, nun brauchen wir auch die Schale."