Etwa 20 000 Tonnen Mais, 6500 Tonnen Gras, 4000 Tonnen Getreide und 6500 Tonnen Zuckerhirse, also 37 000 Tonnen nachwachsende Rohstoffe sollen in der Biogasanlage Eggolsheim zu Bio-Erdgas veredelt werden. Doch das millionenschwere Gemeinschaftsprojekt zwischen den Stadtwerken Forchheim, der Regnitz-Stromverwertung und N-Energie in Nürnberg ist ins Stocken geraten. Der Probebetrieb, der ebereits im Frühjahr hätte beginnen sollen, kann nun fühestens im September starten. Der Grund: Erhebliche technische Mängel.
Dies hatte der Leiter der Stadtwerke, Reinhard Müller, bei der jüngsten Stadtratssitzung in Forchheim eingeräumt. Wolfgang Geus, Vorsitzender der Regnitz-Stromverwertung bestätigt, dass die "Gaswäsche", die Aufbereitung, bei der das Biogas veredelt wird und Erdgasqualität bekommen soll, nicht den Segen der TÜV-Prüfer bekam.
Die Ingenieure des Technischen Überwachungsvereins stellten bei dem Produkt made in Spain "gravierende technische Mängel" fest. Daraufhin haben wir die Anlage beim Hersteller zurückgewiesen.
Nun muss nachgebessert, bzw neu gebaut werden. Und zwar bei einem deutschen Hersteller in Baden-Württemberg In etwa drei Wochen schätzt Geus könne die nachgebesserte Version der Biogas-Aufbereitung eingebaut werden. Dann soll der Probebetrieb starten. "Vermutlich erst im September" hatte Reinhold Müller vor dem Stadtrat angekündigt.

Auf Sparflamme


Bis dahin fährt die Anlage , die im Prinzip seit einem Jahr fertig ist, nur auf "Sparflamme". "Im Blockheizkraftwerk wird die Wärme für den Betrieb der Biogasanlage erzeugt", informiert Geus. Allerdings nur mit 20 Prozent der möglichen Leistung. "Sonst würden wir Wärme erzeugen, die wir derzeit nicht nutzen können" erklärt Wolfgang Geus.
"Leider ist die Qualität nicht immer so wie man sie sich wünscht" bedauert der Vorstandsvorsitzende der Erlanger Stadtwerke (ESTW). Deshalb seien die Landwirte bei einer Veranstaltung von der Verzögerung informiert worden.
Diese Informationspolitik hat Landwirt Arnulf Koy etwas anders in Erinnerung. Die Landwirte seien definitiv verspätet über die technischen Probleme informiert worden "Da gab es kein Schreiben, keine schriftliche Information", erinnert sich Koy, der auch andere Biogasanlagen beliefert.
Er bestätigt aber, dass die Betreiber die zugesicherten Liefermengen auch abgenommen hätten. Allerdings nur bei den Landwirten, die ihren Griesroggen bereits angebaut hatten und nicht mehr auf die veränderte Lage reagieren konnten.
Koy und einige andere Landwirte zeigten sich flexibel. "Ich hab halt weniger Mais angebaut", erzählt der Eggolsheimer Landwirt. Um künftig gegenüber dem Betreiber der Biogasanlage mit einer Zunge zu sprechen, wollen sich die Zulieferer zu einer Biosubstrat-Erzeugergemeinschaft zusammenschließen. Wurden bslang die Verträge zwischen den Bauern und der Bioerdgas GmbH Eggolsheim direkt geschlossen, sollen ab Herbst die Verhandlungen über Manfred Diller, den Vorsitzenden der Biosubstrat-Erzeugergemeinschaft, geführt werden. Foto: Josef Hofbauer