Ohne Anwalt erschien ein 46-Jähriger am Donnerstag vor dem Amtsgericht in Forchheim. Er hatte einen Sixpack Hefeweizen in einem Discounter in Forchheim geklaut. Den Diebstahl räumte der arbeitslose Metzger auch ohne Umschweife ein. "Weil ich ja Arbeitslosengeld kriege, kann ich nur 25 Euro pro Monat als Geldstrafe bezahlen", erklärt er direkt zu Beginn Amtsrichterin Silke Schneider.

"Wieso denken Sie, dass Sie mit einer Geldstrafe davon kommen?", wollte Schneider daraufhin von ihm wissen, "wenn ich mir ihr Vorstrafenregister anschaue, bin ich mir da nicht so sicher."

Fehler eingesehen

Er habe doch dem Discounter bereits das Geld bezahlt und ohnehin sei es nur ein niedriger Betrag gewesen, erklärte der Angeklagte daraufhin. "Das war ein Fehler, ich mach das jetzt nicht mehr", beteuerte der 46-Jährige.
Einen Grund, diese Beteuerung zu glauben, konnte Schneider allerdings nicht erkennen. "Achtfach vorbestraft, fünfmal davon wegen Diebstahls", las sie aus dem Vorstrafenregister vor. Auch im Gefängnis war der gelernte Metzger schon - wegen Diebstahls.

Wieso er denn die Bier geklaut habe, wenn er doch wisse, dass er einschlägig vorbestraft sei, fragte ihn Schneider. "Das war vor lauter Verzweiflung", versuchte der Mann eine Erklärung zu finden, doch Schneider hatte dafür nur ein Lachen übrig.

Auch den Ausführungen, er habe einen Alkoholentzug hinter sich und eine Festanstellung in Aussicht, konnte Schneider keinen Glauben schenken, denn der Angeklagte war ohne jegliche Nachweise vor Gericht erschienen. "Die habe ich alle zu Hause in einem Ordner", erklärte er.

Plädoyer entspricht Strafe

Schließlich plädierte der Vertreter der Staatsanwaltschaft auf einen Monat Freiheitsentzug. "Das wäre mein Tod", sagte der Angeklagte und verwies darauf, dass er dann die Arbeitsstelle, die er in Aussicht habe, nicht antreten könne.

Schneider verurteilte den 46-jährigen Forchheimer trotzdem zu einem Monat Gefängnis. "Ob das stimmt, dass Sie eine Therapie gemacht haben und dass sie einen Job kriegen, das kann schon so sein, muss aber nicht", stellte sie in der Urteilsbegründung fest, "wer schon einmal wegen Diebstahls im Gefängnis war und wieder klaut, der muss vorher wissen, was die Konsequenz ist."

Das Urteil ist noch nicht rechtskräftig.