Der Aufsichtsrat hat die Stadtwerke Forchheim damit beauftragt, den folgenden Umsetzungsweg weiter aktiv zu verfolgen, um damit die Versorgung von Forchheim wirtschaftlich sicherzustellen.

Mittlerweile stammen bundesweit 23,4 Prozent der erzeugten elektrischen Energie aus regenerativen Energiequellen, wie zum Beispiel Wind, Sonne, Wasserkraft oder Biomasse. Ein Viertel des Verbrauchs der Forchheimer Stadtwerke-Kunden stammt ebenfalls aus regenerativen Energien. Im Stadtgebiet Forchheim sind 401 Photovoltaikanlagen installiert, 13 Kraftwärmekopplungsanlagen (Blockheizkraftwerke), 11 Wasserkraftwerke, eine Windkraftanlage und ein Blockheizkraftwerk in der Kläranlage.

Das deutsche Stromnetz ist sehr weitverzweigt, größtenteils redundant ausgelegt und gilt als leistungsstark.
Bisher war die Energieflussrichtung eindeutig vorgegeben: vom Kraftwerk über die Übertragungsnetze (Höchst- und Hochspannungsnetze), über das Verteilnetz (Mittelspannungsnetz) und das Niederspannungsnetz in eine Richtung. Durch die vielen dezentralen Einspeiseanlagen ändert sich die Energieflussrichtung.

Neue Herausforderungen

Durch den Ausbau der EEG-Anlagen und der zunehmenden Trennung von Stromerzeugungs- und Verbrauchsschwerpunkten werden neue Anforderungen an das Stromnetz gestellt, weshalb dieses grundlegend umgebaut und an die neuen Anforderungen angepasst werden muss, was hohe Investitionen nach sich zieht. Reinhold Müller, Geschäftsführer der Stadtwerke Forchheim, erklärt in einer Pressemitteilung die neuen Herausforderungen: "Früher war die Energieflussrichtung eindeutig vorgegeben; in eine Richtung vom Kraftwerk zum Kunden. Wie im Straßenverkehr muss jetzt die Einbahnstraße in einen Zweirichtungsverkehr umgebaut werden."

Zusätzlich müssten eine Art von verkehrsregelnden Maßnahmen getroffen werden, um die schwankenden Verkehrsflüsse zu steuern. Starke Schwankungen entstehen, weil die Photovoltaikanlagen nicht ständig Strom erzeugen, sondern nur dann, wenn die Sonne scheint.

Die Stadtwerke Forchheim haben ein vermaschtes Stromnetz, das in der Regel eine hohe Versorgungssicherheit gewährleistet. Bei dieser Netzform sind aber durch die zunehmende Anzahl der dezentralen Erzeugungsanlagen die Strom- und Lastflüsse nicht mehr eindeutig erkennbar, welche punktuell zur zeitweisen Überlastung von einzelnen Betriebsmitteln führen kann. Um die Anforderungen der Energiewende und zugleich der berechtigten sicheren Versorgungswünsche der Stromkunden gerecht zu werden, muss das vorhandene vermaschte Niederspannungsstromnetz der Stadtwerke Forchheim in eine Vielzahl von Versorgungsinseln umgebaut werden.

Bündel von Maßnahmen

Hierdurch gewährleisten die Stadtwerke Forchheim weiterhin die hohe Spannungs-, Versorgungs- und Störungssicherheit der Stromversorgung.
Das notwendige Maßnahmenpaket beinhaltet auch zusätzliche Trafostationen, Erweiterung des Mittel- und Niederspannungsnetzes inklusive zusätzlicher Messtechnik. Es erfordert Investitionen in Höhe von rund zehn Millionen Euro, teilen die Forchheimer Stadtwerke mit.