So könnte die Zukunft aussehen: Elektrogeräte− werden einfach ausgedruckt, Computer arbeiten tausendmal schneller als bisher, Brillengläser beschlagen nicht und Arzneimittel transportieren die Wirkstoffe gezielt zum Ort der Erkrankung. All das soll die Nanotechnologie bald ermöglichen.

"Die Nanotechnologie wird euer Leben stärker verändern als das Internet", erklärt Nano-Experte Alexander Heusel den Schülerinnen der Klasse 10 a des Herder-Gymnasiums Forchheim (HGF) am Donnerstag während einer Führung im Nanotruck. Das mobile Ausstellungs- und Kommunikationszentrum "Nanotruck - Treffpunkt Nanowelten" ist eine Initiative des Bundesministeriums für Bildung und Forschung (BMBF) und soll Einblicke in die Welt der winzigen Teilchen geben. Der Nano truck, der in der ganzen Bundesrepublik unterwegs ist, parkt noch bis heute Mittag auf dem Schulhof des HGF.
Auf insgesamt 100 Quadratmetern Fläche können sich Interessierte über Chancen und Herausforderungen der Querschnittstechnologie informieren. Außerdem gibt es viele Experimente zu entdecken, die auf Knopfdruck erstaunliche Effekte zeigen.


Ein Milliardstel Meter

"Wie groß glaubt ihr, ist ein Nanometer?", will Heusel von der Klasse wissen. "Winzig" und "mikroskopisch klein", antworten die Schüler. Um genau zu sein: Ein Nanometer (nm) ist ein Milliardstel Meter (m), also 0,000000001 m. "Das ist etwa 50 000 Mal kleiner als der Durchmesser von einem Haar", erklärt der Physiker, damit sich die Schüler diese Zahl besser vorstellen können. "Wir Wissenschaftler arbeiten daran, alles kleiner zu machen. Ein Beispiel sind zum Beispiel eure Handys", sagt Heusel. Dafür benötige man Nanotechnologie. Er zieht ein klobiges altes Handy mit Antenne hervor, wie es heutzutage keiner mehr benutzt. "Hier zum Vergleich ein Handy mit Mikrotechnologie. Es kann nur Telefonieren und würde heute höchstwahrscheinlich nur noch zum Zweck der Selbstverteidigung eingesetzt", scherzt er.

Nach einer kurzen Lasershow, in der den Besuchern noch einmal die Vorteile von Nanotechnologie vor Augen geführt werden, demonstriert er die veränderten physikalischen und chemischen Eigenschaften solch kleiner Teile. Dazu zeigt er ein Granulat, ein sogenanntes Silicat-Aerogel.


Matte verhindert Verbrennung

"Das Material kann Wärme nicht leiten, weshalb es sich besonders gut für Wärmedämmung eignet", erklärt er. An eine ein Zentimeter dicke Matte hält er eine 1400 Grad heiße Flamme eines Bunsenbrenners und auf der anderen Seite seinen Daumen. Die Matte ist so gut isoliert, dass dem Daumen nichts passiert. Einziger Nachteil des Materials: Die Herstellungskosten sind bisher noch sehr hoch.

Im Anschluss können sich die Schüler im zweistöckigen Nanotruck umsehen. Nanowissenschaftler Niklas Kotman steht für Fragen zur Verfügung. Die Wichtigsten werden in Faltblättern beantwortet, die auch auf Risiken der Technologie hinweisen. So werden derzeit erst noch die Gefahren von Nanopartikeln für Mensch und Umwelt erforscht.

Anne Schneider (15) ist beeindruckt vom Nanotruck: "Der Vortrag war wirklich sehr spannend. Ich wusste gar nicht, was schon alles möglich ist. Aber das ist auch etwas gruselig."


Der Nanotruck im Netz

Weitere Informationen zur BMBF-Initiative Nanotruck finden Sie auf der Projektwebsite oder auf Facebook.