"Sie schlagen mit Waffen - es ist nicht okay! Sie jagen die Schwachen - es ist nicht okay! Sie nahmen das Lachen - es ist nicht okay!"- so lautet der Refrain des Liedes "Nicht Okay" vom Forchheimer Rapper "Kay-A" alias Markus Hönig. Der Song wurde vergangenen Sonntag auf YouTube, einem Videoportal, veröffentlicht.

Ziel des Liedes ist es, Menschen das Schicksal von Flüchtlingen näher zu bringen und für mehr Toleranz zu sorgen: "Das ist eine Herzensangelegenheit von mir", erklärt Markus Hönig, der eine Ausbildung zum Erzieher macht. "Das Lied kann jeder im Internet anhören. Ich will damit kein Geld verdienen, sondern Menschen aufklären, ihnen die Augen öffnen."

Der 21-Jährige beschäftigt sich seit zwei Jahren professionell mit dem Thema Rap. "Ich komme aus einer musikalischen Familie, das Texten gibt mir sehr viel", erzählt er. "Es ist wie eine Selbsttherapie." Vergangenes Jahr nahm er an dem Rap-Wettbewerb "RAPutation" teil, bei dem er unter 250 Teilnehmern den vierten Platz belegte.
 


Viele Vorurteile
 

Die Idee zum Lied "Nicht Okay" kam Markus Hönig durch ein Projekt seiner Berufsschule, in dem es um Flüchtlinge ging. "Wir sind verschiedenen Vorurteilen nachgegangen, haben sie überprüft und anschließend die Wahrheit präsentiert", sagt der 21-Jährige. So sei es beispielsweise nicht wahr, dass Flüchtlinge vom Staat profitierten und Unmengen von Geld bekämen, meint der angehende Erzieher. "Zudem kaufen sich auch nicht alle Markenklamotten! Die meiste Kleidung ist gespendet und wenn da mal ein Nike-Zeichen drauf ist, dann ist das halt so."



Markus Hönig findet es schrecklich, wie manche Flüchtlinge behandelt werden: "Viele Leute sind ignorant und nicht bereit, ihre Vorurteile Flüchtlingen gegenüber aufzugeben und auf sie zuzugehen."
Durch das Projekt an seiner Schule ist der 21-Jährige in Kontakt mit Flüchtlingen gekommen, die in Forchheim leben. "Ich besuche sie wöchentlich und verbringe meine Freizeit mit ihnen", erzählt Markus Hönig. "Es haben sich richtig gute Freundschaften entwickelt."
 


Produktion auf eigene Faust
 

Das Video zum Rap "Nicht Okay" hat Christopher Plowman alias "Skepsis Beats" produziert, ein Freund von Markus Hönig. "Der Dreh hat vier bis fünf Stunden gedauert. Wir haben alles auf eigene Faust gemacht", sagt der 21-Jährige. Neben Flüchtlingen spielt auch Firas Hattab, ein weiterer Kumpel von Markus, in dem Video mit. Der aus Palästina stammende 20-Jährige engagiert sich ebenfalls für sozial benachteiligte Menschen.

Er findet, dass der Rap von Hönig eine gute Sache ist: "Es ist wichtig, den Leuten zu zeigen was richtig und was falsch ist", unterstützt er Markus. Bis jetzt gab es lediglich anerkennende Rückmeldungen auf das Lied. "Es zeigt einen wahren Einblick in das Leben von Flüchtlingen und öffnet vielen Menschen die Augen", ist sich der Nachwuchs-Rapper sicher. "Musik und vor allem Rap ist ein riesen Sprachrohr, das viele Menschen anspricht. Das muss man positiv nutzen!" Das Lied ist kostenlos unter den Stichworten "Kay-A, Nicht Okay" auf YouTube zu finden.