Morgen wird das Rathaus zum Schauplatz einer Gerichtsverhandlung, in der auch das leidige Thema "Einzelhandelskonzept" eine Rolle spielen wird. Die 2. Kammer des Verwaltungsgerichtes Bayreuth wird sich im Sitzungszimmer des Rathauses treffen und sich mit den Argumenten des Forchheimer Geschäftsmannes Manfred Peppel auseinandersetzen.

Peppel tritt als Kläger gegen die Stadt Forchheim auf. Der Besitzer des gleichnamigen Schuhhauses wehrt sich dagegen, dass die Schuhfirma Mücke ihr Geschäft ausbauen darf: Denn die Stadt Forchheim hat der Firma Mücke auf dem sogenannten Beyer-Gelände an der Hafenstraße den Bau einer Betriebskantine genehmigt.

Der Grund, warum die 2. Kammer ab 10 Uhr nicht in Bayreuth, sondern im Forchheimer Rathaus zusammenkommt? Landrat Reinhardt Glauber (FW) hat die Bayreuther Justiz auf das Annafest eingeladen; so verbinden die Richter ihre Reise nach Forchheim mit der Verhandlung des Falles "Peppel".

Wie das Gericht mitteilt, befürchtet der Kläger zweierlei. Erstens, "dass es auf dem gewerblich genutzten Grundstück zu unzumutbaren Störungen durch den Parksuchverkehr kommen wird". Und zweitens, dass durch das bereits genehmigte Spielzeuggeschäft Hobauer "ein weiterer Kaufkraftverlust für die Innenstadt eintritt".

Manfred Peppel war im Vorfeld des Verfahrens nicht bereit, die Motive seiner Klage zu erläutern. Dem FT ließ er lediglich wissen: "Ich habe Ihnen nichts zu sagen."

Roland Eismann, der Leiter der Forchheimer Bauverwaltung, sieht der morgigen Verhandlung gelassen entgegen. Die Stadt habe die Klage Peppels abgewiesen, weil sogenannte "nachbarschützende Rechte" nicht verletzt würden. Das heißt: Peppel könnte theoretisch nur dann Recht bekommen, wenn die Firma Mücke beim Bau der Betriebskantine baurechtliche Auflagen missachten - und beispielsweise den Abstand zu den Nachbarhäusern nicht einhalten würde. Aber um "nachbarschützende Rechte" gehe es in dem Verfahren gar nicht, betont Eismann.

Vielmehr argumentiere Manfred Peppel beim Bauprojekt Mücke mit der unzumutbaren Lärmbelästigung; und was die Firma Hobauer betrifft, argumentiere er mit dem angeblich unwirksamen Bebauungsplan. Aber es sei nun mal so, sagt Roland Eismann, dass das Beyer-Gelände "seit den 70er Jahren ein Sondergebiet ist".

Bedeutet: Das von der Stadt aufgestellte Einzelhandelskonzept greift auf dem Beyer-Gelände nicht - und die Händler dürfen dort auch Produkte verkaufen, die in der Innenstadt verkauft werden. Ergo: Der Schutz der Händler der Innenstadt, den das Einzelhandelskonzept im Blick hat, greift in der Hafenstraße nicht.

Daher ist Roland Eismann, der morgen beim Verfahren als "Vertreter der Bauaufsicht" dabei sein wird, überzeugt: "Die Stadt steht im Fall Peppel auf sicherem Boden."