Für die ABC-Schützen ist der erste Schultag ein hoch spannendes Ereignis, auf das lange hingefiebert wird. Genau so ergeht es auch Leya Möbius (rechts) und Julia Dötzer (links). Die beiden Mädels kommen morgen in die erste Klasse der Adalbert-Stifter Volksschule und haben zum Abschied im Carl-Zeitler-Kindergarten eine Art Abreiß-Kalender erhalten, um die Tage bis zur Einschulung zu zählen.

Logisch, dass da die Anspannung immer mehr wächst: "Bald geht es los. Ich freu' mich richtig auf die Schule", sagt die sechsjährige Julia. Auch Leya kann den Schulstart kaum erwarten. "Ich rechne gerne und freue mich auf den Mathe-Unterricht", sagt sie. Ihre Mutter Marion Möbius kann das nur bestätigen: "Sie sagt manchmal: Gib mir mal Hausaufgaben.
Sie ist da sehr wissbegierig und hat auch im Kindergarten immer an Forschungsprojekten teilgenommen."

Stress bei den Eltern

Die Kinder bekommen in ihrer Vorfreude freilich nicht viel mit von der Vorbereitung, die die Eltern leisten müssen, bevor es rund gehen kann. "Wir haben eine Liste mit Dingen bekommen, die am ersten Schultag gebraucht werden", sagt Marion Möbius. Darunter: Hefte, Stifte, Mappen und ein Malerkittel. Nicht gerade billig, die ganzen Anschaffungen. "Es ist auch ganz schön stressig", sagt Julias Mutter Christine. "Man muss in verschiedene Läden gehen, weil es nicht alles in einem Laden gibt oder etwas ausverkauft ist."

Eine Stiftemappe musste Christine Dötzer sogar online bestellen. "Ich wusste genau, welche ich möchte", sagt die Mutter von drei Kindern. Sie legt wert darauf, dass die Kinder Markenprodukte bekommen. "Die sind ergonomisch auf die Kinder ausgerichtet", weiß sie aus Erfahrung. Doch Markenprodukte sind auch von der Schule vorgeschrieben, wie Marion Möbius erzählt: "Auf der Liste steht ganz genau, was gebraucht wird. Und auch explizit, dass es keine Billigprodukte sein sollen."

Beschriftung aller Teile

Nachdem die beiden Mütter alle Teile gekauft haben, war ihre Aufgabe allerdings nicht erledigt. "Jedes Teil, das heißt jeder Stift und jeder Pinsel, muss einzeln beschriftet werden", erklärt Marion Möbius. Das ist natürlich zeitfressend. Außerdem hilft es nicht gegen die Nervosität ihrer Tochter. "Wenn alles draußen liegt, wird sie natürlich noch aufgeregter", verrät die Mutter und sagt, sie habe gemischte Gefühle, was den Schulstart angehe. Schließlich ist es ihr einziges Kind und sie weiß nicht, wie sich Leya in der Schule verhalten wird, denn sie hat sehr viel Energie und außerdem kennen sich die Kinder untereinander nicht.

"Ich finde es schade, dass die Kinder, die zusammen in den Kindergarten gegangen sind, nun nicht auch alle auf die selbe Schule kommen", sagt sie. Das findet auch Julia Dötzer blöd, aber immerhin kommen ihre besten Freundinnen zu ihr in die Klasse. Dann können die ABC-Schützen morgen ihre Schultüten und Ranzen vergleichen.

Seit einem Jahr hat Marion Möbius schon Ausschau nach einem Ranzen gehalten. Dabei hat sie darauf geachtet, dass er leicht und ergonomisch geformt ist. Auch, dass er verstellbar ist, war ihr sehr wichtig. Julias Mutter Christine hat den Ranzen im April gekauft. "Wir haben ihn zusammen ausgesucht", sagt Julia mit strahlenden Augen. Der Ranzen hat ihre Lieblingsfarbe rot. "Wir hatten online verschiedene Modelle angeschaut und diesen mit Marienkäfern ausgesucht, dann war er aber sowohl im Laden, als auch im Internet ausverkauft", sagt Christine Dötzer. "Julia war dann total traurig und ich habe ihn heimlich im Laden nachbestellen lassen. Als wir ihn dann abgeholt haben, hat sie sich unheimlich gefreut."

Auch ihr Ranzen ist einer der ultraleichten. Zwischen 180 und 200 Euro muss man für einen solchen Rucksack rechnen. "Aber es lohnt sich", sagt die dreifache Mutter. "Er wiegt nur 1,2 Kilo und das ist wichtig, denn die Kinder müssen so viel Zeug mittragen." Und das stimmt. Julias Rucksack kommt voll bepackt - ohne Bücher, Schuhe, Sportsachen und Hausschuhe - auf 4,9 Kilo. Allerdings ist das nur jetzt so. Wenn der Stundenplan feststeht, müssen die Erstklässler nicht mehr alles mitnehmen und können auch einige Sachen in der Schule lassen.

Ihre Namen können die beiden angehenden Erstklässlerinnen schon schreiben und wissen wie es in der Schule abläuft, schließlich hatten sie im letzten Jahr einmal die Woche Vorschulunterricht. Nur eines kennen beide noch nicht: ihre Schultüten. Die gibt es nämlich dann erst morgen, wenn es um neun Uhr an der AST losgeht.