Forchheim
Barrierefreiheit

Forchheimer Bahnhof wird für 160 Millionen umgebaut

Im Jahr 2015 will die Deutsche Bahn mit dem Ausbau in Forchheim beginnen, ab 2017 soll den Reisenden dann ein barrierefreier Bahnhof zur Verfügung stehen.
Der   neu gebaute S-Bahn-Halt  an  Gleis 1 wird im Zuge des Ausbaus wieder     abgerissen werden müssen. Fotos: Ekkehard Roepert
Der neu gebaute S-Bahn-Halt an Gleis 1 wird im Zuge des Ausbaus wieder abgerissen werden müssen. Fotos: Ekkehard Roepert
Die Termine am Forchheimer Bahnhof hatten sich in den letzten Monaten gehäuft. Politiker aller Couleur trafen sich am Bahnsteig und erklärten, wie sie sich einen barrierefreien Bahnhof vorstellen.

"Kreative Ideen" habe es viele gegeben, überzeugt hätten sie ihn alle nicht, sagte Thomas Silberhorn am Freitag, als auch er zu einem Treffen am Forchheimer Bahnhof einlud. Im Reisegepäck hatte der Bundestagsabgeordnete der CSU eine Zusage: Die DB werde den Ausbau des Forchheimer Bahnhofes vorziehen. 2015 soll mit dem Bau begonnen werden, 2017 könnte der barrierefreie Bahnhof fertig sein.

Ein gewaltiger Umbau steht bevor: Die Bahnsteige sollen rund 20 Meter nach Norden verschoben werden. Denn der Weg zu den Bahnsteigen wird zugleich als Fußgängerunterführung in Richtung Pendlerparkplatz an der Bayreuther Straße ausgebaut. Und: Beide Mittelbahnsteige werden mit Aufzügen ausgestattet.

Über viele Monate habe er sich bei der Deutschen Bahn für den Ausbau des Forchheimer Bahnhofs eingesetzt, betonte der Wahlkreisabgeordnete. Auch die Gespräche des parlamentarischen Unterstützerkreises hätten wohl gefruchtet.

Beginn noch 2013


Zuletzt traf sich Silberhorn mit dem Leiter des sogenannten Verkehrsprojekts Deutsche Einheit Nr. 8 und Geschäftsführer der DB Projekt Bau GmbH, Olaf Drescher. Nach diesem Treffen steht nun die Zusage, dass mit dem Planfeststellungsverfahren noch im Jahr 2013 begonnen werden soll.

"Ursprünglich", erläuterte Silberhorn, "war vorgesehen, erst nach Fertigstellung der ICE-Neubaustrecke Erfurt-Ebensfeld mit der Ausbaustrecke von Ebensfeld bis Fürth fortzufahren." Dass nun der viergleisige ICE-Ausbau teilweise vorgezogen und der Bahnhof Forchheim vorrangig berücksichtigt werden soll, wertet Silberhorn als "großen Erfolg".

Begleitet wurde der Bundestagsabgeordnete am Freitag von seinen Parteikollegen MdL Eduard Nöth und dem Forchheimer Stadtrat Thomas Werner. Er hoffe, sagte Nöth, dass die Stadt im Zuge des Ausbaus nun doch noch zu einem S-Bahn-Halt in Forchheim Nord kommt. Auch über Fragen des Lärm- und Hochwasserschutzes entlang der Strecke müsse verhandelt werden. "Da wartet ein Stück harte Arbeit auf uns", sagte Nöth.

Bürger reden frühzeitig mit


Wobei Thomas Silberhorn auf ein großes Plus im Planungsverfahren hinwies: Bürger und Politiker würden schon in die Vorbereitung der "Planfeststellung" dieses 160-Millionen-Euro-Projektes einbezogen.
Das heißt, dass sich die Stadträte schon ab kommender Woche in die Diskussion über den Ausbau des Bahnhofes einmischen können.

Wobei sich Oberbürgermeister Franz Stumpf (CSU/WUO) nicht ganz so optimistisch äußerte, wie sein Parteikollege Thomas Silberhorn: "Seit 1996 wird geplant und wir haben die letzten 15 Jahre nichts gehört." Daher war Stumpf skeptisch, was die zügige Realisierung des neuen Bahnhofs schon bis 2017 betrifft. Doch grundsätzlich gebe es keinen Zweifel mehr an dem Projekt, meinte Franz Stumpf: "Das Planfeststellungsverfahren ist so viel wie eine Zusage."

Thomas Werner geht davon aus, dass die neue Unterführung und somit "die Anbindung der Bayreuther Straße realisiert wird - alles andere wäre ein Schildbürgerstreich".

Körber will Treppenlifte


MdB Sebastian Körber (FDP), der seit viereinhalb Jahren für einen barrierefreien Forchheimer Bahnhof kämpft, zeigte sich am Freitag "verhalten optimistisch" angesichts der Zusage für 2017: "Weder der Ausbauplan noch der Zeitstrahl sind neu." In jedem Fall müssten Treppenplattform-Lifte gebaut werden: "Die Bürger brauchen jetzt einen barrierefreien Bahnhof, nicht erst 2017."
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