Zum großen Bedauern der GEW-Aktiven hatte Ernst Wilhelm aus Bamberg seit längerem angekündigt: Nach jahrzehntelanger Amtszeit wolle er Platz machen für einen Wechsel. Zum neuen Vorsitzenden wurde laut Pressemitteilung in großer Einmütigkeit der Forchheimer Andreas Hartmann gewählt. Der 59-jährige Sonderschullehrer ist seit 2006 im Personalrat der Beschäftigten an Förderschulen in Oberfranken, seit vier Jahren als stellvertretender Vorsitzender.


Lobbyismus in Schulen

Zum Thema Schulsponsoring hatte die GEW einen Experten aus Hessen eingeladen: René Scheppler aus Wiesbaden. Der Gesamtschulpädagoge beschäftigt sich seit längerem mit laut Schulgesetzen an sich unzulässiger Produktwerbung und verdecktem Sponsoring.
Ob es um das Sparen, die Ernährung oder den Naturschutz geht: Wirtschaftsverbände und Konzerne sind mittlerweile an Schulen und anderen Bildungseinrichtungen präsent. Studien zu dem Thema, darunter eine der Universität Augsburg, seien alarmierend, so Scheppler. Angesichts chronischer Unterfinanzierung der öffentlichen Schulen und Hochschulen stelle sich allerdings tagtäglich die Frage: Wo sollen die Gelder denn herkommen - für aktuelle Lehrwerke, Projekte, neue PC? Nutzten doch große Unternehmen jedes Steuerschlupfloch.

So investiere die Wirtschaft jährlich Millionen, um ihr Image zu verbessern und um Markenbindung bereits im Kindergarten bei den künftigen Kunden zu verankern. Für "Jugendmarketing" wurde sogar eine eigene Organisation gegründet. Besonders "perfide" nannte der Referent Scheppler das "deep lobbying" (ein Begriff von Lobby-Control). Hier gehe es um den Langzeit-Einfluss auf die einzelne Lehrkraft, vorzugsweise vorbei an Ministerien und Schulämtern. Einstimmig in den neuen Bezirksvorstand gewählt wurden u. a. Monika Gütlein und Markus Weinberger (GEW Forchheim).