Vielseitigkeit und eine große Klappe zeichnen ihn aus. Florian Forchheim 88/1 ist sein künftiger (Funk-) Rufname. Der neue Gerätewagen für Logistik ist das erste Fahrzeug dieser Art, das die Feuerwehr Forchheim in Dienst stellt. Doch zuvor müssen Fahrer und Mannschaft an dem roten Riesen mit seiner hydraulischen Ladebordwand ausgebildet werden.

Ein Dutzend Männer und eine Frau haben sich im Feuerwehrhaus um den großen MAN mit seinem 290-PS-Dieselmotor versammelt. Während Klaus Horsch einer Gruppe den Fahrerstand mit der Mannschaftskabine gezeigt, die im Einsatz mit sechs Feuerwehrleuten besetzt ist, werden die anderen am Heck von Diethard Brandmeier eingewiesen, wie die Gerätefläche beladen wird.


Vorgängerfahrzeug war 20 Jahre im Dienst



Die logistische Flexibilität ist die Besonderheit dieses Fahrzeuges, wie stellvertretender Kommandant Werner Horsch erklärt: Im Gegensatz zum Vorgängertyp, der nach 20 Dienstjahren an die Ebermannstadter Rothelme verkauft worden ist, und wo noch die Geräte in seitlichen Laderegalen verstaut sind, wird das neue Fahrzeug über eine hintere hydraulische Ladeklappe mit Gerätecontainern bestückt - und zwar speziell nach Einsatzlage! Dazu ist allerdings genaue Koordination nötig. Deshalb wurde der neue Gerätewagen gestern bei der integrierten Leitstelle in Bamberg angemeldet. "Dort wird er in den Alarmplan aufgenommen", erklärt Horsch. Im Ernstfall sucht dann ein Computer nach dem Gerät, dass für den entsprechenden Einsatz vorhanden ist und der Logistikwagen kann im Handumdrehen mit den richtigen Containern ausrücken. Parallel zur Funkalarmierung wird der Einsatzort per Alarmfax durchgegeben.

Das Wichtigste bei der Containerbestückung des Gerätefahrzeuges ist die richtige Sicherung der schweren Rollwägen. Als Container, die jederzeit dem Bedarf angepaßt auf- oder abgeladen werden können, stehen bereit: ein Rollwagen zur Verkehrsabsicherung, einer zur Ölbekämpfung mit Besen, Schufeln und Streugut sowie mit Ölbindemitteln, ein leerer Rollwagen zum Transport benutzter Schläuche nach dem Einsatz und ein Rollwagen für Wassereinsätze - unter anderem mit Wassersauger und Tauchpumpe.


Wassertaufe bei Kimberley&Clark



Gestern war Premiere: Den ersten Wassereinsatz leistete Florian 88/1 im ehemaligen Kimberley&Clark Verwaltungsgebäude in der Steinbühlstraße. Wie Werner Horsch berichtet, hatte eine aufgefrorene Sprinkleranlage ein Büro im leeren Gebäudetrakt unter Wasser gesetzt.