"Felix Müller wäre heute sehr glücklich." Davon war Peter Lichtenberger, der das Felix-Müller-Museum in Neunkirchen am Brand betreut, bei der Segnung des restaurierten Felix-Müller-Korpus im Pfarrzentrum in Forth (Kreis Erlangen-Höchstadt) überzeugt. Zahlreiche Gläubige waren gekommen, um diese Einweihung des einmaligen Korpus zu feiern. Der Balken, an dem Christus hing, fehlt noch immer, kann nicht aufgehängt werden. Auch die Krone war noch nicht auf Jesu Haupt. Diese war ebenfalls restauriert worden und ist nun wieder im originalen Grünton gestaltet. Pfarrer Andreas Hornung setzte dem Heiland die Dornenkrone auf. Nicht schmerzvoll, sondern ergriffen.

Restaurierung ermöglicht

Dass der Korpus nun wieder seinen Platz in der Mitte der Gläubigen hat - im Winter wird die Werktagsmesse im abgetrennten Flur des Pfarrzentrums gefeiert - ist Norbert Jung von der Erzdiözese in Bamberg zu verdanken. Sie ermöglichte die Restaurierung, aber auch die Raiffeisenbank, die einen Zuschuss gab, und ebenso Peter Lichtenberger. Dafür dankte der Pfarrer herzlich. "Durch die großherzigen Sponsoren wurde kein Geld der Kirchenstiftung verwendet", betonte Kirchenpflegerin Renate Siebenkäs, die sich noch gut an die Zeit erinnerte, als dieses Felix-Müller-Kreuz an den jetzigen Platz geholt wurde und als während der Kindergartenrenovierung die Kinder mit Legos unter dem Schutz Jesu spielten. Geschaffen wurde das Kruzifix 1937, wie Lichtenberger erzählte. Felix Müller (1904 bis 1997), der damals noch in Langenzenn lebte, hatte bereits Kontakte nach Neunkirchen und nach Stöckach. Dort leitete Pfarrer Trauner die Pfarrei, und dieser Priester hatte den Mut, während der Nazizeit diesen Christus schaffen zu lassen. Bald darauf wurde der Geistliche versetzt.

Aufsehen der Nazis erregt

Felix Müller erregte aber schon mit dem Kreuzweg im Bayerischen Wald das Aufsehen der Nazis und wurde angegriffen. Auch der Christus in der Kirche Kreuzerhöhung in Forth musste abgehängt werden, wurde vom Balken gelöst und hinter die Orgel gelegt. "Felix Müller war deshalb betrübt", sagte Lichtenberger. Und er wäre gerade deshalb so glücklich, weil der Korpus nun wieder seinen Platz gefunden hat.