Mein Vater erklärt mir jeden Samstag unseren Nachthimmel. Für all diejenigen, die jetzt erst einmal stutzig geworden sind: Nein, Sie haben in der Schule keinen falschen Merkspruch für das Planetensystem gelernt. Manchmal ist es aber auch für so große Systeme wie das All an der Zeit, sich neu zu ordnen.
Eine Neuigkeit ist das nicht, aber viele Besucher, die zum "Abend der offenen Tür" zur Sternwarte Feuerstein gekommen sind, waren doch etwas erstaunt. Bereits 2006 wurde dem Pluto der Planetenstatus von der International Astronomical Union aberkannt. Seitdem trägt er den Titel Zwergplanet.
Auch die Tatsache, dass ein Tag keine 24 Stunden, sondern auf Grund der Eigenbewegung der Erde nur 23 Stunden und 56 Minuten hat, dürfte für einige Gäste neu gewesen sein. Frank Fleischmann, Diplom-Physiker und Vorsitzender des Vereins Sternwarte Forchheim, erklärte dem Publikum leidenschaftlich und sehr anschaulich zahlreiche astronomische Phänomene, deren Entstehung und Bedeutung.
Eine Reise durch die unendlichen Weiten, bei der zum Beispiel bei den Sternschnuppen Halt gemacht wurde. Sternschnuppen? Sind das nicht die gelben Lichter, bei deren Erscheinung wir uns die schönsten Dinge wünschen dürfen? Erstmal richtig. Doch wenn wir das nächste Mal in den Himmel blicken, können wir ab sofort unser Wissen darüber nicht mehr abstellen. Sandkörnchen aus dem Weltall treffen mit einer Geschwindigkeit von zirka 50 Kilometern pro Sekunde (das heißt in etwa die Strecke von Ebermannstadt nach Nürnberg in einer Sekunde) auf die Erdatmosphäre. Das Sandkörnchen wird von den Luftmolekülen zunächst abgebremst. Durch die Reibung wird das Teilchen - auch Meteorit genannt - auf bis zu 3000 Grad erhitzt. Die umgebene Luft wird zum Leuchten gebracht und der Meteorit wird zum Meteor, den wir umgangssprachlich als Sternschnuppe bezeichnen.
Um die Anschaulichkeit zu vergrößern, stellt Frank Fleischmann einen einfachen Vergleich an: "Nehmen wir eine Tasse Kaffee und lassen in diese Tasse Milch tropfen. Durch die Oberflächenspannung schnalzt der Tropfen nach oben. So ähnlich können wir die Entstehung von Zentralbergen in Mondkratern sehen."
Besonders ein Besucher schaut dem sich drehenden Teleskop aufmerksam zu: David Götz. Schon den Vortrag konnte er durch sein astronomisches Wissen und Interesse begeistern. Leider war an diesem Abend die Wolkendecke zu dicht, um einen Blick durch das Teleskop zu wagen. Doch der Elfjährige sieht das gelassen: "Ich habe zwar noch nie durch ein Teleskop gesehen, aber das ist nicht so schlimm. Ich interessiere mich vor allem für die schönen Astro-Bilder, die schwarzen Löcher und die Saturnringe."
Ob aus dieser Leidenschaft später mal ein Beruf wird, weiß der Ebermannstädter Schüler zwar noch nicht, aber eins ist sicher: "So viel Faszination für die uns umgebende Materie steckt an und zeigt ein weiteres Mal, wie klein wir Menschen doch vor der gewaltigen Natur erscheinen."